Hintergrund

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Das Antlitz des Hohensteins

Kultische Landschaft

Von Dr. A. Meier-Böke Es hat einer gesagt, das Antlitz des Hohensteins sei das einer Sphinx, deren weißes Jurahaupt in den Westen blicke, wobei der Süntel das östlich gelagerte massige Hinterteil hergebe. Immer wieder, wenn ich von Hessisch-Oldendorf die Münchhausenallee hinansteige oder am Weserangerbach oder den Grünen Weg von der Schaumburg herkomme und die aufgehobene Felsenstirn über den Schluchttiefen erblicke, will mir scheinen, als liege ein leiser Spott um die versteinerten Züge, eine verhaltene, gleichsam lächelnde Ironie, gegründet im Bewußtsein einer Überlegenheit, die das Zeitlose stets gegenüber dem Zeitbedingten besitzt. weiterlesen


Der Rattenfänger als Zauberer Sæmundur

Die Sage als isländisches Märchen

DAAD-Studenten aus aller Welt haben die Sage vom Rattenfänger weitererzählt. Befreit von Vorbehalten und Deutungshoheiten haben sie aus der Sage fantastische Märchen entstehen lassen. Und haben dabei keinen Gedanken daran verschwendet, was historisch möglich war und was nicht, sondern ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Eingeladen wurden sie dazu von der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe und dem DAAD. Für die Rattenfängersage hatte Hoppe, die in Hameln geboren ist, einen Einstieg beigesteuert. Gemeinsam ist vielen Geschichten, dass der Rattenfänger und/oder die Kinder in den Ländern der jeweiligen Autoren stranden, dort Abenteuer erleben und Aufgaben gestellt bekommen. Nur manchmal findet ein Kind den Weg nach Hameln zurück. Aus den beiden dicken Ordnern, bei Felicitas Hoppe in Berlin landeten, musste sie die besten von 196 Geschichten auswählen. Das sei so gut wie unmöglich gewesen, sagt Hoppe, und zwar vor allem, weil die Verfasser furchtlos zu Werke gegangen seien. In der FAZ wurde 18 Geschichten veröffentlicht. Von diesen 18 wiederum haben wir drei ausgewählt. Hier das Märchen aus Island. weiterlesen


Glückspilz, Rabenbrot und Krötenstuhl

Die psychedelische Wirkung Fliegenpilzes hinterließ in vielen Kulturen ihre Spuren

Von Peter Weber Es gehört zu den Kindheitserinnerungen früher Jahre, ihn während eines spätsommerlichen Sonntagspaziergangs im prächtigsten Komplementär aus dem Waldesgrün herauslugen zu sehen: den Fliegenpilz mit weißem Stiel und roter, gepunkteter Kappe. Und es war durchaus irritierend, dass ausgerechnet dieser schönste aller Pilze giftig sein sollte und sein Berühren elterlicherseits nicht geduldet wurde. Zu sehr fügte er sich doch in die Welt putziger Kinderbuchillustrationen, wo er, versehen mit Tür, Ofenrohr und Fensterläden, als Zwergenwohnung diente oder kleine Waldbewohner wie Raupe, Spinne oder Käfer vor Regen beschirmte. Dass ausgerechnet dieser nette Kerl dem Beelzebub, dem Herrn der Fliegen, zuzurechnen war und nicht die ordinäre Stinkmorchel, der Gestiefelte Schleimkopf, der Gallertige Zitterzahn oder sonstiges wunderliches Gekröse, das sich wie von Geisterhand im Zwielicht des Waldes aus dem Boden hob, das alles wollte sich dem kindlichen Gemüt nicht erschließen. weiterlesen


Kultstätte Externsteine

Felsformation mit magischer Anziehungskraft

Von Gabriele Laube Wenn am 21. Juni der längste Tag in die kürzeste Nacht übergeht, werden die Externsteine im Teutoburgerwald wieder zum Anziehungspunkt für Tausende Pilger und Neugierige. Viele ungelöste Rätsel umwehen die Kultstätte, zahlreich wie Sandkörner entspringen Mythen, Sagen und Geheimnisse den düsteren, bizarr zerklüfteten Externsteinen und geben Historikern, Esoterikern, Astrowissenschaftlern und Touristen Rätsel auf. weiterlesen


Mittsommer - Fest der Ekstase

Riten in der kürzesten Nacht des Jahres

Von Dorothee Balzereit Mittsommer. Der Tag, an dem die Kelten die kürzeste Nacht des Jahres feierten. Einst wurde die Sommersonnwende zwölf Tage lang gefeiert. Ekstatisch wurde die Natur gefeiert, die Seele setzte zum Höhenflug an. weiterlesen


Tanz, Glühwürmchen, tanz

Jetzt im Frühsommer haben Glühwürmchen ihren glanzvollen Auftritt

Von Gabi Laube Glühwürmchen gelten als Magiere unter den Insekten, ihre Show beginnt in der Dämmerung einer Mittsommernacht. Funkelnden Perlen gleich schwirren die Johanniskäfer auf ihrer gefährlichen Partnersuche im Garten umher. Die winzigen Geschöpfe betören mit ihrem Auftritt nicht nur ihre Braut; ihre kurze Lebensgeschichte rund um Liebe, Leid und Lust inspiriert auch Menschen zu künstlerischen Werken. Die Mythologie sagte den „Irrwischen“ nach, Unheil zu bringen. Selbst das Sterben der Popstars unter den Käfern beginnt – mit einem Leuchten.     weiterlesen


Wundersame „Weiße Nächte“

Von den uralten Wurzeln der Sonnenwendfeste

Von Peter Weber Während in Skandinavien und im Baltikum die ausgelassene Feier der Sommersonnenwende zu den Höhepunkten des Jahres gehört, will sich hierzulande ein solch unverkrampftes Treiben nicht einstellen, zu nachhaltig wirkt, wie sehr diese alte Tradition in den 20er und 30er Jahren vaterländischem Pathos und einem kruden germanischen Weltbild einverleibt wurde. Zudem fehlt unseren Breiten der Kern des nordischen Überschwangs, das dauerhaft waltende Tageslicht, das einen kurzen Triumph über die Dunkelheit feiert, dabei aber die Psyche des Menschen gehörig aus dem Lot zu bringen vermag. weiterlesen