Hintergrund

Ihre Anfrage nach "Opfergaben" lieferte 7 Ergebnisse.


Blutiger Dank

Die Macht der Rituale – ein blutiger Streifzug durchs hiesige Ernte-Brauchtum

Von Wilhelm Gerntrup Der August ist seit alters her als Erntemonat bekannt. Im Mittelalter sprach man vom „Aranmanoth“ (Ährenmonat), im vergangenen Jahrhundert kam „Ernting“ in Mode. Auch in diesen (August-) Tagen geht es auf den heimischen Feldern wieder rund. Anders als früher kriegt davon jedoch kaum noch jemand etwas mit. Das Mähen, Dreschen und Mahlen geht heutzutage vollautomatisch, schnell und weitgehend unbemerkt über die Bühne. Sensen, Sicheln und Harken findet man nur noch im Heimatmuseum. weiterlesen


Der wundersame Holunder

Vom bemerkenswerten Eigenleben eines unscheinbaren Strauches

Von Peter Weber Kaum ein heimisches Gewächs hat in den letzten Jahren so an Ansehen gewonnen wie der schwarze Holunder. Haftete ihm doch lange Zeit etwas von den dürftigen Verhältnissen der Nachkriegszeit an, war der Saft seiner Beeren allenfalls als antigrippales Heißgetränk geduldet. Nunmehr ist er mit dem Aufleben der Naturmedizin in seinen vielfältigen Wirkungsweisen wieder allseits geschätzt, füllt mit feinen Rezepturen ganze Kochbücher oder stimmt mit einem „Hugo“ ganze Festgesellschaften auf Kommendes ein. weiterlesen


Der „Höllenhund aus dem Schecken“

Aus dem Sagenschatz der Ithbörde-Dörfer

Von Fritz Koenig Wer sich mit dem Sagenschatz der Dörfer in der Ithbörde beschäftigt, ist überrascht von der Fülle der dort ursprünglich mündlich überlieferten Sagen. Von großsprecherischen Riesen, gewitzten Zwergen, vergrabenen Kriegskassen und natürlich vom Teufel und seinen Ränkespielen wird berichtet. Am eindrucksvollsten wirken jedoch die zahlreichen Sagen, in denen die Natur die Menschen des Mittelalters dominierte. Ihrer Magie standen sie vor Furcht zitternd oder in unerklärlicher Faszination gegenüber. Begünstigt wurde dieses Lebensgefühl durch die bizarren Felsformationen des Ithgebirges und durch die erst in der Neuzeit gerodeten tiefen Waldungen. Von den Bergen herabstürzende Wasserläufe bildeten geheimnisvolle Teiche und Moore. So verwundert es nicht, dass gleich mehrere Sagensammlungen hier entstanden. August Teiwes, Ulrich Baum und zuletzt Uwe Schakeit legten reichhaltige Sagenbände aus der Ithbörde vor. Die „Sage vom Höllenhund aus dem Schecken“ zeigt, wie eng die alten Sagen mit einer bestimmten realen Örtlichkeit verbunden sind. weiterlesen


Frau Holle - Zwischen Sage und Märchen

Im Reich der Erdgöttin

Von Dorothee Balzereit Es ist das Märchen der Brüder Grimm, das der Welt der Mythen und Sagen wohl am nächsten kommt: Frau Holle, die in der Lage ist, es auf der Erde schneien zu lassen. Aber der Wirkungskreis der archaischen Erdgöttin, denn nichts anderes ist Frau Holle in der Mythologie, war nach Ansicht unserer Vorfahren viel größer. Je nach Jahreszeit ist ihr Platz demnach im Himmel, auf dem Berg oder unter der Erde. Bei Frau Holle ballt sich die Macht: Im Frühling ist sie für neues Leben zuständig, im Sommer für die Sicherung des  Weiterlebens und im Herbst ist sie auch noch die schwarze Göttin des Todes. weiterlesen


Hexenkult und Hexenwahn

Von der Heilerin zu Symbolfigur des Bösen

Von Wilhelm Gerntrup Knuper, knuper, kneischen, wer knupert an meinem Häuschen?“ fragte die Bewohnerin des Knusperhäuschens die hilflos und hungernd im Wald umherirrenden Hänsel und Gretel. Die Begegnung der Geschwister mit der bösen alten Hexe gehört zu den berühmtesten Szenen der deutschen Volksliteratur. Zu verdanken haben wir die Überlieferung der Geschichte bekanntlich Jacob (1785–1863) und Wilhelm (1786–1859) Grimm. Die Brüder hatten die ihnen zu Ohren gekommene Erzählung im 1812 erschienenen Band I ihrer berühmten Märchensammlung veröffentlicht. Die in der Erstfassung auf ca. zweieinhalb Seiten festgehaltene Geschichte vom Sieg kindlicher Unschuld über das Böse wurde zu einer der weltweit bekannten, mehrfach verfilmten und in immer neuen Variationen nacherzählten Erfolgsstory. Das hat nach Einschätzung von Literaturwissenschaftlern auch und vor allem mit der neuartigen und lange Zeit umstrittenen Darstellung der Hexen-Figur zu tun. weiterlesen


Kultstätte Externsteine

Felsformation mit magischer Anziehungskraft

Von Gabriele Laube Wenn am 21. Juni der längste Tag in die kürzeste Nacht übergeht, werden die Externsteine im Teutoburgerwald wieder zum Anziehungspunkt für Tausende Pilger und Neugierige. Viele ungelöste Rätsel umwehen die Kultstätte, zahlreich wie Sandkörner entspringen Mythen, Sagen und Geheimnisse den düsteren, bizarr zerklüfteten Externsteinen und geben Historikern, Esoterikern, Astrowissenschaftlern und Touristen Rätsel auf. weiterlesen


Wunder gibt es immer wieder

Unerklärliches ist elementarer Bestandteil unseres Lebens

Man schreibt das Jahr 1500. Immer mehr Pilger drängen zum wundertätigen Bildstock oberhalb Münders an der Straße nach Springe. Opfergaben werden niedergelegt. Jahre später notiert der Stadtschreiber: „Der Priester aber (…) hat die Opfer, so täglich angefallen, fleißig aufgehoben und an demselben Orte eine schöne Kirche angefangen zu bauen. Zu Ehren der heiligen Anna, wozu ihm die Leute aus Münder und die Benachbarten gerne mit Andacht geholfen haben.“ 1506 ist die vorreformatorische Wallfahrtskirche fertig. Am 26. Juli findet die erste Wallfahrt statt. Heute liegt nur noch der Grundriss der „St. Annen-Kapelle“ als Bodendenkmal wenige Zentimeter unter der Oberfläche eines Ackers. weiterlesen