Teufelsküche 2

Wackelstein und Wächterfelsen

Vorchristliche Kultstätten auf dem Ith?

Immer wieder werden Stimmen laut, die die charakteristischen Felsformationen des Ith nicht als zufällige Naturerscheinungen, sondern als vor Urzeiten von Menschenhand geformte Figuren bezeichnen.

Für den Lauensteiner Heimatforscher Ulrich Baum steht fest, dass es auf dem nördlichen Ith eine große frühgeschichtliche Kultstätte gab. Über fast zwei Jahrzehnte hinweg durchforschte Baum den Ith nach vorgeschichtlichen Spuren und stieß dabei auf merkwürdige Zusammenhänge, die seine Annahme unterstreichen.

Die meisten Wanderer zum Beispiel nehmen angesichts der Felsklippen „Adam und Eva“ an, dass selbstverständlich der größere Stein „Adam“ sein müsse. Von Norden her gesehen jedoch zeigt der Fels eindeutig die Form einer schwangeren Frau. Vereinfachende Überzeichnungen von entsprechenden Fotos lassen die schwangerschaftstypischen Körperformen deutlich erkennen. So ist hier ist ein ehemaliger Kultplatz ausgesprochen weiblichen Charakters annehmen. Die Großgesichter an der Felswand oberhalb dieses Platzes hatten vermutlich eine Wächterfunktion. Baum jedenfalls nimmt an, dass naturgegebene Formen geschickt durch Menschenhand bearbeitet wurden.

So lässt das Fahnensteinmassiv drei Großskulpturen mit weit geöffnetem Mund erkennen, die man als „Rufer“ bezeichnen kann. Der Wodanstein mit seinem dem Sonnenaufgang zugewandten thronartigen Sitz wird von Felssäulen flankiert, in die künstliche Schalen, zum Teil mit Ablaufrinne, eingehauen wurden. Vom Wodanstein führt eine uralte Pflasterung hin zu einem Hügelgräberfeld. Der Garnwindel- oder Wackelstein wird von skulpturartig gestalteten „Wächterfelsen“ bewacht und weist in seinem Umfeld eine gehäufte Spurenkonzentration auf, die seinen Kultcharakter unterstreicht.

Gespenstisch mutet der Bereich der "Teufelsküche" an, deren Name bereits auf eine heidnische Kultstätte hinweist, und in deren Eingangsbereich in Stein gehauene „Wächtermasken“ zu erkennen sind. Auf alten Steinhauerplätzen liegen behauene Steinquader, dazu fertige obeliskartige Säulen sowie Bearbeitungsspuren in Form von Keillochreihen.