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Ihre Anfrage nach "Hameln" lieferte 13 Ergebnisse.


Stadtportrait Rattenfängerstadt Hameln

Die Rattenfängersaga  Im Jahre 1284 ließ sich zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Die Bürger sagten ihm diesen Lohn zu, und der Rattenfänger zog sein Pfeifchen heraus und pfiff. Da kamen alsbald die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank. Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, reute sie der versprochene Lohn, und sie verweigerten ihn dem Mann, so daß dieser verbittert wegging...   Fotos: HMT weiterlesen


Aktenzeichen Rattenfänger – bis heute ungelöst

Bis heute rätseln Forscher über den Verbleib der Hamelner Kinder

Von Dorothee Balzereit Es ist ein Krimi, wie er zunächst in keinem Buche steht: Das Rätsel um 130 verschwundene Kinder in Hameln im Jahre 1284. Über den Täter gibt es nur Vermutungen, unter Verdacht steht ein Rattenfänger. Gut aussehend soll er sein, um die 30 Jahre alt, ein „Piper mit allerley Farve bekledet“ – so sagt es die Inschrift am Rattenfängerhaus. Tatort ist die Innenstadt von Hameln, in der Bungelosenstraße hat eine Augenzeugin die Kinder zuletzt gesehen, auch die Tochter des Bürgermeisters soll dabei gewesen sein. Tatwaffe ist eine Flöte, deren Melodie die Kinder am frühen Morgen des 26. Juni 1284 gebannt folgen. Kindesentführung in 130 Fällen wird dem Rattenfänger seit diesem Tage zur Last gelegt. In der Bungelosenstraße wird bis zum heutigen Tage keine Musik mehr gespielt. weiterlesen


Die Schlacht bei Sedemünder

Eine weitere Theorie zur Rattenfängersage

Eine weitere Theorie zur Rattenfängersage, die zeitweilig viel Aufmerksamkeit genoss, stammt vom Hamelner Garnisonsprediger F. C. Fein, der die Fabel in die Nähe der Sedemünder Schlacht rückt. Fein hatte 1749 eine Schrift mit dem Namen „Die entlarvte Fabel vom Ausgange der Hamelschen Kinder“ herausgegeben und darin errechnet, dass nicht 1284 das Entstehungsjahr der Sage ist, sondern 1259. Grundlage waren Angaben auf einem Torstein, der noch heute im Museum zu sehen ist. weiterlesen


Eine Augenzeugin gab es

Quellen zur Rattenfängersage

Besonders viele Quellen gibt es nicht zur Rattenfängersage - was das Rästelraten um die Geschichte möglicherweise so spannend macht. Zwei der ältesten Quellen befinden sich außerhalb Hamelns. weiterlesen


Hamelns vergessenes Wildkind

„Der wilde Peter“ - vor vielen Jahren einmal eine Berühmtheit

Von Richard Peter Ein Schattendasein – im Schatten des Rattenfängers: „Der wilde Peter“. Ein Wildkind aus dem Klütwald. Vor langer Zeit eine Berühmtheit. Und anders als andere seiner Art – am berühmtesten natürlich Kiplings Mogli aus dem Dschungelbuch, der durch Disneys so genialen wie niedlichen Zeichentrick-Film zum globalen Hit wurde. Allerdings: eine literarische Erfindung. Konkurrenz auch ganz real für Hamelns „Wilden Peter“ durch einen Kaspar Hauser, der die Fantasie der Menschen immer wieder beschäftigt hat – aber auch das „Wildkind“ aus Truffaults Film, ein Wildkind aus Südfrankreich, der Anfang der 70er-Jahre in die Kinos kam. weiterlesen


Herr Grimsehl und das Zwergengold

Was ist dran an einer längst vergessenen Erzählung aus der Hamelner Bäckerstraße?

Von Ulrich Behmann Sie wurden daheim erzählt und in Schenken zum Besten gegeben – Sagen und Geschichten aus der Region. Es soll ja etwas Wahres dran sein an dem, was über Jahrhunderte mündlich weitergegeben wurde. Doch: Was ist frei erfunden, was stimmt wirklich – und wo spielen die Geschichten, an die sich selbst Archivare nur noch dunkel erinnern können? In der Hamelner Bäckerstraße sei einst einer Magd, die für einen gewissen Kaufmann Grimsehl gearbeitet haben soll, ein Missgeschick passiert, heißt es. Als Folge davon soll die junge Frau wohlhabend und ihr Dienstherr reich geworden sein. Davon jedenfalls erzählt die Geschichte vom „Zwergengold“, die der verstorbene Autor Georg Kollmann aufgeschrieben und so für die Nachwelt erhalten hat. Grimsehl soll eines Morgens einen Schatz gefunden haben. Von dem habe er sich „jenes schöne Haus, das man in der Bäckerstraße noch heute bewundern kann“, gebaut. Gab es den Kaufmann wirklich? Und wenn ja: Hat er in der Bäckerstraße ein prächtiges Gebäude besessen? Die Dewezet ist der Sache auf den Grund gegangen, wollte wissen: Welche Fakten lassen sich heute noch erhärten? weiterlesen


Iiiih – Ratten!

Wissenswertes über Hamelns bekanntestes Sagen-Tier

Von Dorothee Balzereit Iiiiiiihh! Eine Ratte! Die Reaktion auf das fellige Nagetier mit dem langen nackten Schwanz ist hinlänglich bekannt. Auch wenn es inzwischen viele Leute gibt, die die Ratte als Haustier schätzen. In manchen Teilen der Welt genießt sie sogar einen ausnehmend guten Ruf. Doch hierzulande ist der Ekel meist groß. weiterlesen


Ist die Kirche der Rattenfänger?

Psychiater untersucht die Sage aus ganz neuer Perspektive – und rückt Inquisition als Motiv in den Blick

Von Dorothee Balzereit War es möglich, 130 Menschen einfach so verschwinden zu lassen? „Ja“, sagt Stefan Joost. Die Möglichkeit einer Massenbeseitigung hat der Gießener Psychiater und Psychotherapeut sowohl in Bezug auf das Verschwinden der Hamelner Kinder im Jahr 1284 als auch auf die Rattenplage in der Hamelner Sage untersucht. Und zwar in einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit aus psychologischer Sicht, an der Joost seit etwa vier Jahren arbeitet. Es ist eine Perspektive, die es in Forschungen zur Sage so noch nie gab. Letztes Wochenende hat er seine Ergebnisse einem wissenschaftlichen Zirkel der Grimm-Gesellschaft vorgestellt. weiterlesen


Kam der Rattenfänger am Sonntag?

Der heutige Rattenfänger hat sich Gedanken gemacht

Von Michael Boyer Busunternehmen, Touristen und Hamelenser wissen es sicher: der Rattenfänger kommt am Sonntag - und zwar genau um 12 Uhr Mittags den ganzen Sommer lang. Wie historisch mag das sein? Überlieferungen erwähnen den 26. Juni 1284 als Tag des Auszugs der Hämelschen  Kinder. Die Legende besagt, dass die Bürger in der Marktkirche waren, als der Pfeifer seinen Zug begann. So könnte es rückblickend logisch sein, dass die Entführung an einem Sonntag war.   weiterlesen


Mord vor dem Neuen Tor

Starb 1761 ein Bauer durch die Hand eines Soldaten? / Erkenntnisse über eine fast vergessene Geschichte

Von Ulrich Behmann Es gibt frei erfundene Geschichten und archivalisch belegte Geschichte, Sagen, die immer ein Fünkchen Wahrheit enthalten, und mündlich weitergegebene Erzählungen oder Märchen. Wird heute von einer Begebenheit aus früherer Zeit berichtet, ist häufig unklar, was davon stimmt und was im Laufe der Jahrhunderte hinzugedichtet wurde. Die Dewezet ist einem Text über ein mutmaßliches Verbrechen nachgegangen, der sich in dem bei CW Niemeyer erschienenen Buch „Sagen und Erzählungen“ befindet. Es geht um einen „Mord im Siebenjährigen Krieg“, der sich am 20. Dezember 1761 vor dem Neuen Tor in Hameln ereignet haben soll. weiterlesen


Sagenhafte Scheine

Notgeld aus dem Weserbergland / Zeitzeugnisse und Sammlerobjekte aus einer chaotischen Zeit

Als die Inflation am Ende des Ersten Weltkrieges voll durchschlug und Geldhamsterer anfingen, metallene Münzen zu horten, ließ man sich in Hameln etwas Besonderes einfallen: Man druckte das Motiv der Rattenfängersage auf das papierne Notgeld - und schuf so eine neue Einnahmequelle, denn die Scheine waren bei Sammlern äußerst beliebt. Andere Städte im Weserbergland folgten dem Beispiel weiterlesen


Sieben Kinder zur gleichen Zeit

Der Hamelner Siebenlinge-Stein und seine Deutungen

Geburt und Tod liegen in der Frühen Neuzeit dicht beieinander. Die Kindersterblichkeit ist hoch. Die am Morgen des 9. Januar 1600 geborenen Mehrlinge von Thiele Römer und seiner Frau Anna Breyer sterben noch am Mittag desselben Tags. Die ursprüngliche Grabinschrift spricht von „zwey Knäbelein und zwey Mägdlein“, die immerhin noch die Nottaufe erhalten. Die Geburt von Vierlingen ist auch für diese Zeit sehr ungewöhnlich. Im Lauf der Jahrhunderte entsteht aber die Legende, es habe sich sogar um Siebenlinge gehandelt. Zu sehen sind nämlich sieben tote Kinder. Üblicherweise werden alle Nachkommen einer Familie – lebende und schon verstorbene – auf einem solchen Epitaph dargestellt. Vermutlich sind also schon vor der Mehrlingsgeburt drei Kleinkinder verstorben. Die Legende wirkt jedoch so stark, dass man Anfang des 19. Jahrhunderts die Grabinschrift ändert: Aus zwei Mädchen werden fünf. weiterlesen


War der Rattenfänger ein Lokator?

Von der Theorie, dass die Hamelner Kinder mit einem Werber nach Osten zogen

Von Dorothee Balzereit Waren die 130 verschwundenen Kinder aus Hameln Siedler, die mit einem Lokator ("Platzmacher"), damals eine Art Siedluingsanwerber, gen Osten zogen? Wir haben versucht, uns in die Situation der Menschen damals hineinzuversetzen. weiterlesen


Zauberhafte Flötentöne

Musik im Rattenfänger als Mittel der Verführung

Von Dorothee Balzereit Womit verführen Verführer? Klar, sie brauchen Charisma, das ist wohl das Wichtigste und lässt sich nicht um die Ecke im Laden kaufen. Andere Hilfsmittel schon. Schöne Kleider, ein betörender Duft,ein sportliches Auto – die Liste der Mittel ist lang. Auch der Rattenfänger von Hameln hatte Hilfsmittel. Neben der bunten Kleidung hatte er eine Flöte, deren Melodie Ratten wie Menschen verzauberte. weiterlesen