Gamander Ehrenpreis

Beltane - die schönste Zeit im Jahr

Druide Michel vom Berch erläutert, was Löwenzahn, Gundermann und Gamander Ehrenpreis kann

Video Löwenzahnsirup Michel vom Berch
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Beltane, Walpurgis, Maifeiertag: Vom 30. April auf den 1. Mai wird die Ankunft des Frühlings gefeiert – wild und ausgelassen, Beltane kann zweifellos als das erotischste aller heidnischen Feste bezeichnet werden. Am tollsten treibt man es der Sage nach auf dem Brocken im Harz. Vom Hexentanzplatz in Thale reiten die Hexen auf Besen, Mistgabeln, Schweinen oder Böcken zum Hexensabbat auf dem Brocken. Zuvor reiben sie sich mit “Hexensalbe” ein, die aus den narkotisierenden Stoffen von Tollkirsche, Nachtschatten und Schierling gewonnen wird. Dort tanzen sie im Kreis mit dem Rücken zueinander um das Feuer herum und küssen anschließend dem Teufel den Hintern, heißt es. Dann lassen sie sich mit dem Teufel vermählen, worauf dieser die Hexen mit dem sogenannten Hexenmal zeichnet und ihnen die Fähigkeit zur Zauberei gibt.

Ob Feuer, Maibaum, Maikönigin, Maitanz oder Hexensabbat  – die heidnischen Rituale haben dieselben Wurzeln: Im keltischen Jahreskreis war die 6. Vollmondnacht das wichtigste Fest nach Samhain im November. Während Samhain den Tod ehrt, ehrt  Beltane das Leben. Es ist das Fest der Liebe und Fruchtbarkeit, wenn sich die Erde mit der Sonne vermählt. Nach altem Volksglauben vertreiben die germanischen Götter Wotan und Freya in dieser Nacht die Winter-Dämonen und zeugen den Frühling. (Bei den Kelten war es der Sonnengott Belenos, der sein Bärenfell ablegt hat und nun als strahlender junger Held mit seiner Braut, der blumengeschmückten Blumengöttin Belisana, an Beltane Hochzeit feiert.

Und wohin könnte dieses Fest besser passen, als in den Mai? Es war eine hoffnungsfrohe Zeit, wenn die Sonne kräftiger wurde, das Vieh auf die Wiesen konnte, die Natur grünte und blühte. Der Löwenzahn schießt empor, andere typische Pflanzen zu Beltane sind das Gamander Ehrenpreis, das angeblich berauschende Gundermann, Knabenkraut, Mandel, Mädesüß, Waldmeister, Tollkirsche, Weihrauch und Weissdorn. In den Videos erklärt der neuzeitliche Druide Michel vom Berch aus Bodenwerder, was man mit Löwenzahn, Gamander Ehrenpreis und Gundermann anfangen kann.

 

 

Wenn die ersten Früchte geerntet werden konnten, die Vögel zurückkehrten, sich paarten und ihre Nester bauten. Auch die Menschen ließen ihren Gefühlen freien Lauf – zumindest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai.  In der Nacht des Beltane war alles möglich und so verschwanden  junge Menschen in Wiesen und Wäldern und liebten sich. Sogar den Priesterinnen der Großen Göttin (Anu, Danu oder Brigid) war das in dieser Nacht gestattet.

Wie Samhain, Lughnasadh und Imbolc ist Beltane ist ein Feuerfest und so tanzte man im Mai um das Feuer herum und wenn es abgebrannt war, trieb man sogar das Vieh hindurch, damit es gesund blieb. Viele Beltaine-Riten leben in bäuerlichen Maibräuchen fort. Man schmückt die Häuser und Ställe mit frischem Maigrün. Es ist vor allem in den ländlichen Gegenden zur Tradition geworden, z. B. am 30. April einen reich geschmückten Maibaum aufzustellen, um den dann Maitänze aufgeführt, in manchen Gegenden die Maikönigin gewählt, ein letztes Überbleibsel der heidnischen Verehrung einer Fruchtbarkeitsgöttin.

Der Maibaum könnte in keltischen Zeiten auch ein Phallussymbol gewesen sein, der in die Erde gerammt wurde und auf diese Weise die Götterhochzeit versinnbildlichte. Der an der Spitze angebrachte Maikranz könnte einerseits Symbol der Vulva, andererseits durch die darin eingeflochtenen jungen Reiser und Heilpflanzen Symbol für neues Leben und Gesundheit sein.

Genauso war es in früheren Zeiten in Britannien üblich, rings um die Dörfer auf den Bergen und Hügeln Beltane-Feuer zu entzünden. Diese Feuerstellen wurden auch als Signalfeuer genutzt - die so genannten "Beacon Hills" (bekannt aus "Der Herr der Ringe"). Sie dienten der Übermittlung von Nachrichten.

Auch bei den Germanen waren derartige Frühlingsfeste bekannt. Es wurde ebenso mit Freudenfeuern gefeiert. Aber es wurden auch die so genannten "Weißen Frauen - die Hagazussen" befragt, die in den heiligen Hainen auf der Schwelle zwischen Menschen- und Geisterwelt saßen, um die Zukunft vorauszusagen.

Zu Beginn der Christianisierung wurden diese heidnischen Riten verboten. Man sah alles als finstere Magie an und die Hagazussen wurde zu "Hexen", die mit dem Teufel im Bunde standen. Ebenso wurden Gerüchte in die Welt gesetzt, dass jene, die die alten Feste feiern, dem Teufel hörig seien. Sie würden als Hexen in die Nacht hinausfliegen, um am Blocksberg (dem heutigen Brocken im Harz) mit dem Teufel zu tanzen.

 Die seltsame Anziehungskraft, die vom Brocken ausgeht, inspirierte  auch Johann Wolfgang Goethe, er verhalf dem Ort auch mit seinem “Faust” zum Ruhm: “Die Hexen nach dem Blocksberg ziehn … Zum Brocken zieht der wilde Hauf”. Heute feiern rund um und im Nationalpark auf dem Brocken 100.000 Menschen diese Nacht in entsprechender Verkleidung mit tollem Treiben

 Bauernregeln: “Ist die Hexennacht voll Regen / wird's ein Jahr mit reichlich Segen.”

“Regen auf Walpurgisnacht / hat stets ein gutes Jahr gebracht.”

“Um Walpurgis tut es wirken, / es fährt der Saft ein in die Birken.”

“Walpurgisfrost / ist schlechte Kost.”