Hintergrund

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Adelsdynastie mit bewegter Geschichte

Auf den Spuren der Freiherren von Münchhausen im Schaumburger Land

Stoff bot und bietet der mehr als 800 Jahre alte Clan  mehr als genug. Es dürfte weit und breit kaum eine andere Adelsdynastie geben, die ähnlich viel erlebt, durchlitten und/oder auf die Beine gestellt hat. Die Palette der im Stammbuch verewigten Persönlichkeiten weist eine ungewöhnliche Vielfalt an Berufen und Talenten aus. weiterlesen


Böxenwolf in Krainhagen

Der Schrecken im Wolfspelz

Langeweile trägt mitunter seltsame Früchte. Gerade wenn andere zu Schaden kommen, wird von den Tunichtguten nicht selten Langeweile als Motivation  für böse Taten angegeben. Welcher Gedanke wirklich dahinter steckte, als sich vor etwa 85 Jahren ein junger Mann in Krainhagen einen Wolfspelz übergezogen und Angst und Schrecken verbreitet haben soll, ist ungeklärt. Ebenso wie die Frage, ob es den „Übeltäter“ überhaupt wirklich gegeben hat. weiterlesen


Die Sage von der Kixmühle

Als der Müller dem Teufel seine Seele verkaufte

Bei der Wiederbesiedlung des wüst gefallenen Dorfes Hiddenhausen um 1530 entstand an der Grenze zu Pyrmont, unmittelbar unterhalb des Pyrmonter Ortsteils Hagen, dort wo Meinte- und Eschenbach zusammenfließen, die Kixmühle. Der erste Müller hieß Kix und stammte aus der Kixmühle in Wüsten bei Bad Salzuflen. Das Gewerbe der Müller hatte in den vergangenen Jahrhunderten keinen guten Ruf, denn man lastete ihnen oft Kontakt mit den Mächten der Unterwelt an. weiterlesen


Hexen, Teufel und Vampire

Schauergeschichten aus dem Schaumburger Land

Zu Halloween klopfen als Hexen, Teufel oder Vampire verkleidete Kinder an Türen und fordern Süßigkeiten. Geschnitzte Kürbisse und Plastikspinnen sollen für eine Grusel-Atmosphäre sorgen. Aber so richtig glaubt niemand an Geister. Oder doch? In Volkssagen aus Schaumburg und Norddeutschland wimmelt es jedenfalls nur so von Hexen, Teufeln und Untoten. weiterlesen


Starkes Aschenputtel

Die Geschichte eines Mädchens, das sich zu helfen weiß

Von Dorothee Balzereit Aschenputtel steckt in jedem von uns. Egal, ob Mann oder Frau. Darin sind sich die Psychoanalytiker einig. Und dass das tugendhafte Mädchen, erniedrigt von der Stiefmutter und garstigen Schwestern, gar nicht so unschuldig ist, wie es glauben machen möchte, mag manchen erschüttern. weiterlesen


Ab durchs wilde Feuer

Als man die Schweine und ihren Hirten durch die Flammenwand trieb

Von Wilhelm Gerntrup Im Fokus des mittelalterlichen Aberglaubens standen auf dem Lande nicht selten Tiere. Kein Wunder – hing doch das Wohlergehen der Menschen direkt am Wohlergehen der existenzsichernden Tiere. Um sie vor Flüchen und magischen Zaubern zu schützen, ließ man sich allerlei einfallen. So wurde zum Beispiel zu bestimmten Anlässen und Zeiten der Stall ausgeräuchert, um Krankheiten vorzubeugen. Gegen „angehexte“ Milchlosigkeit der Kühe wurde ein Kreuzdorn-Zweig über die Stalltür genagelt, Tierkrankheiten mit Osterwasser geheilt. Gebräuchlich waren in unserer Region auch die sogenannten Notfeuer. Indem man die Tiere durch die Flammen trieb, wollte man der Gefahr von Seuchen vorbeugen. weiterlesen


Als auf dem Berg die Riesen hausten

Von Wilhelm Gerntrup Ob Gewitterblitz, Orientierungssinn der Fledermäuse oder soziales Zusammenleben der Ameisen – die moderne Naturwissenschaft liefert für (fast) alles eine logische Erklärung. Was die Leute früher in Angst, Schrecken oder andächtiges Staunen versetzte, lässt sich heute als Folge und Ergebnis evolutionärer Entwicklungsprozesse nachweisen. Das war zur Zeit unserer Großväter und Urgroßmütter noch anders. Für sie war das Geschehen zwischen Himmel und Erde noch mit wundersamen und phantasievollen Vorstellungen verbunden. Eine gewichtige Rolle in den Erklärungsversuchen spielten Riesen und Zwerge. Die Kunde von deren Wirken gehörte einst zum Pflichtunterrichtsprogramm der Schulen. weiterlesen


Auf Geisterjagd im Schloss Bückeburg

Auf der Suche nach paranormalen Erscheinungen

Es ist 18 Uhr, der letzte Gast hat für heute das Schloss verlassen. Fünf Menschen betreten den großen Eingangsbereich. Sie sind in Schwarz gekleidet. Auf den Pullovern leuchtet in grünen Buchstaben die Aufschrift „Ghost Hunter Explorer Team“. Die Geisterjäger aus Süddeutschland untersuchen das Schloss auf paranormale Erscheinungen. weiterlesen


Aus dem Reich des Teufels

Die Kraft, die stets das Böse will

Von Cornelia Kurth Der Teufel hat so viele unterschiedliche Gesichter wie das Böse. Mal ist er ein hässlicher Kerl mit Gaunertricks, dann wieder erscheint er als mächtiger Dämon. Er macht sich an Menschen in Not ebenso heran wie er mit den Reichen und Herrschenden im Bunde steht. Für die Christen ist er das personifizierte Böse und Ursache für das Böse in der Welt, in Islam und Judentum dagegen dient der Teufel Gott, indem er die Frömmigkeit der Menschen auf die Probe stellt. Für manche umschwebt ihn die heroische Aura eines gefallenen Engels, und andere, wie etwa der Dichter Moliere, machen ihre Scherze: „Der Himmel dürfte aus klimatischer Sicht angenehmer sein als die Hölle“, sagt er. „Allerdings vermute ich, dass die Hölle in gesellschaftlicher Hinsicht weit interessanter ist.“ weiterlesen


Aus der Zeit der Riesen

Von wilden Kerlen aus Sagen und Märchen

Von Richard Peter Sie sind nun mal XXL, die Riesen, waren es zumindest – und jetzt so gut wie ausgestorben. Unser Nowitzki ist nur noch ein müder Abklatsch. Aber schlicht und sagenhaft: Kein Weserbergland ohne Riesen. Als diese nämlich den Harz mit dem Brocken auftürmten und dazu vom Meer in riesigen Karren den Sand holten, tropfte beim Transport immer wieder Material aus dem Gefährt, so dass daraus das Bergland an der Weser erwuchs. Das ist zwar geografisch schwer nachzuvollziehen, ein bisschen seltsam allemal und außerdem ein ziemlicher Umweg: Warum tropfte es nicht schon in der Heide Hügel und Bergzüge? Aber was soll’s, vielleicht waren die so massig-massiven Kerle angetan von unserer Gegend oder kannten hier ein Fräulein Riese, dass sie den Umweg gerne in Kauf nahmen. weiterlesen


Ben Becker als Lügenbaron

Doku-Drama rund um Münchhausen

Von Heide-Marie Göbbe und Klaus Klemens „Münchhausen – die Geschichte einer Lüge“ heißt das Doku-Drama, das von der Gebrüder Beetz Filmproduktion im Auftrag des NDR in Zusammenarbeit mit Arte aufgezeichnet wurde. In diesem Feature, das einen dokumentarischen Teil von 52 Minuten enthält, begibt sich das Filmteam auf die Suche nach der wahren Geschichte des „Lügenbarons“ Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. Da das Gutshaus in Bodenwerder nicht den Ansprüchen für historische Aufnahmen entspricht, wählte man die Marienburg in Pattensen und die Hämelschenburg als Schauplätze des Geschehens. Mittendrin: der bekannte Schauspieler Ben Becker. Für die Doku schlüpft er in die Rolle des Lügenbarons weiterlesen


Das Antlitz des Hohensteins

Kultische Landschaft

Von Dr. A. Meier-Böke Es hat einer gesagt, das Antlitz des Hohensteins sei das einer Sphinx, deren weißes Jurahaupt in den Westen blicke, wobei der Süntel das östlich gelagerte massige Hinterteil hergebe. Immer wieder, wenn ich von Hessisch-Oldendorf die Münchhausenallee hinansteige oder am Weserangerbach oder den Grünen Weg von der Schaumburg herkomme und die aufgehobene Felsenstirn über den Schluchttiefen erblicke, will mir scheinen, als liege ein leiser Spott um die versteinerten Züge, eine verhaltene, gleichsam lächelnde Ironie, gegründet im Bewußtsein einer Überlegenheit, die das Zeitlose stets gegenüber dem Zeitbedingten besitzt. weiterlesen


Das Blut färbte den Quellbach rot

Sagenumwobene Schlacht am Hohenstein: Wie kam der Blutbach zu seinem Namen?

Von Wiebke Westphal Dunkle Täler und Schluchten, Höhlen und Wasserfälle, ein Felsplateau, auf dem heidnische Gottheiten verehrt wurden, Ortsbezeichnungen wie Grüner Altar oder Teufelskanzel: Die Gegend rund um den Hohenstein ist wie gemacht für Heldengeschichten. Genau hier soll im 8. Jahrhundert ein ganz besonders blutiges Gemetzel stattgefunden haben … weiterlesen


Das böseste aller Tiere …

Blutrünstige Bestie? Wie der Wolf zu seinem üblen Ruf kam und vom Jäger zum Gejagten wurde

Von Wiebke Westphal Im Märchen frisst er kleine Mädchen und Großmütter, in den Nachrichten reißt er Schafe: Der Wolf hat ein „böses“ Image, nicht erst seit den Brüdern Grimm. Doch wie kam das in der Antike verehrte Tier zu seinem schlechten Ruf? Warum wurde der Wolf in Deutschland ausgerottet? Und was ist dran am Bild der blutrünstigen Bestie? weiterlesen


Das edle Einhorn

Geschichte eines Fabelwesens

Von Cornelia Kurth Einhörner, wunderschön, sanft und scheu, doch zornig gegen Feinde, die sie mit ihrem spitzen, gezwirbelten Stirnhorn töteten – es gibt nicht viele mythische Wesen, an deren reale Existenz jahrtausendelang geglaubt wurde. Man wusste schon von den Persern her, wie Einhörner aussahen, man gab diese Beschreibungen und weitere Erzählungen in Reiseberichten, Volksbüchern, wissenschaftlichen Arbeiten und als Historiker weiter. weiterlesen


Das Jagdhaus von Graf Otto IV.

Hobbyarchäologe Andreas Schmeiche ortet in Friedrichswald alten Tiergarten

Von Philipp Kilmann Die Einheimischen sprechen gerne von „Lustgarten“, wenn vom einstigen „Tiergarten“ die Rede ist. In der Mitte des 16. Jahrhunderts ließ Graf Otto IV. zu Holstein-Schaumburg westlich des kurz zuvor abgebrannten losters Egestorf (heute Friedrichsburg) ein Wildgehege anlegen. Dort soll er Wild für die angrenzende Schaumburger Wälder gezüchtet haben. Neu ist, dass Hobbyarchäologe Andreas Schmeiche aus Friedrichshöhe sowohl das Gehege als auch das Jagdhaus genau lokalisiert hat. weiterlesen


Das Jahresrad der Kelten

Acht magische Zwischenzeiten

Von Dorothee Balzereit Sagen und Mythen sind ein Spiegel der Kultur. Im Gegensatz zu Märchen, die in einer zauberhaften aber zugleich abstrakten Welt spielen, sind sie stark beeinflusst von der umgebenden Natur. Ihr Werden und Vergehen haben unsere Vorfahren genau beobachtet. Das Jahr wurde mit einem achtspeichigen Rad gleichgesetzt, das sich um die eigene Achse dreht. Alle zwei Monate begann ein neuer Abschnitt und es wurde ein bedeutungsvolles Fest gefeiert – mal der Sonne, mal dem Mond zugeordnet. Der Übergang wurde als magische Zeit empfunden, in denen schöpferisches Chaos herrschte und die Grenzen verwischten: Geister und Götter traten mit den Menschen in Kontakt - Zeit, sich tief zu erinnern und fallen zu lassen. Ein Blick auf diese magischen Zwischenzeiten hilft zu verstehen, von welchen Elementen viele Sagen und Bräuche – in der Folge auch christliche – Riten und Feste beeinflusst sind. Ein Überblick. weiterlesen


Das Schicksal des Antonio Congo

Hat der Häuptlingsohn auf der Hochebene seinen Peiniger gesucht?

Joachim Zieseniss Die Ottensteiner Hochfläche – an die 300 Meter hoch, karge Äcker, kalte Winter und meistens viel Wind vor der Haustür: Im 19. Jahrhundert ein Stück dünn besiedeltes Weserbergland, auf dem meistens nur lebte, wer hier geboren war. Und auf dem auch nur begraben wurde, wer hier geboren war und auch gelebt hatte. Mit einer exotischen Ausnahme: Auf dem Friedhof Hattensen liegt unter einer alten Linde ein junger Afrikaner begraben. weiterlesen


Der Graf und die Wichtelfrau

Von Seitensprung und Zauberbann

Die Paschenburg ist keine Burg, Adelige gab es dort nie und trotzdem kommt ein Graf in der Sage von der „Wichtelfrau von der Paschenburg“ vor. Das klingt alles verworren, ist aber Teil einer besonderen Geschichte des Hauses ganz in der Nähe der Schaumburg. weiterlesen


Der heilige Gral

Die Geschichte des Eversteiner Adels auf der Burg Polle

Von Thomas Thimm Diese Geschichte hat Geschichte geschrieben: Es geht um den großen Barbarossa, um Königsmacher, die Wittelsbacher, Staufer und Welfen, um Tempelritter, den Löwen als Wappentier und einen Klosterkelch aus Silber und Gold, sozusagen den „Heiligen Gral von der Weser“.Es ist sehr, sehr viel Wasser die Weser hinabgeflossen, seitdem dies alles passiert ist: Rund 300 Jahre nach Karl dem Großen, dessen Christianisierung und den Sachsen-Kriegen beginnt die große Zeit des berühmten Rotbartes: Friedrich I. Barbarossa gehört zum Adelsgeschlecht der Staufer. Quasi in seinem Windschatten erlebt Mitte des 12. Jahrhunderts auch das Geschlecht der Eversteiner einen glanzvollen Aufstieg. Der Ursprung des Grafengeschlechtes liegt im Dunkel der Geschichte, aber über das Kloster Fulda werden die Eversteiner eines Tages in Hameln Vögte des Bonifatiusstiftes. Die Edelherren und Grafen nennen sich nach den Burgen auf dem Großen und Kleinen Everstein in Amelungsborn, ihren ursprünglichen Stammburgen unweit der Weser. weiterlesen


Der Herr der Ströme

Superstar der elektromagnetischen Szene –Franz Anton Mesmer und der animalische Magnetismus

Franz Anton Mesmer war in seiner Zeit so etwas wie der Superstar der elektromagnetischen Szene. Der Arzt, der selbst aus einfachen Verhältnissen kam, hatte durch seine Studien und Therapien Zugang zur feinen Gesellschaft seiner Zeit. Er war überzeugt davon, dass einer Art magnetische Energie zwischen Körper und Seele vermittelt. Seine „magnetische Klinik“ hatte großen Zulauf und machte ihn über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Unter anderem arbeitete er mit sogenannten „Elektrisiermaschinen“. Auch im Museum Eulenburg in Rinteln steht eine solche Maschine aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, mit der durch Reibung Elektrizität erzeugt werden kann. Dieses Phänomen war das Faszinosum der Zeit. weiterlesen


Der Rattenfänger als Zauberer Sæmundur

Die Sage als isländisches Märchen

DAAD-Studenten aus aller Welt haben die Sage vom Rattenfänger weitererzählt. Befreit von Vorbehalten und Deutungshoheiten haben sie aus der Sage fantastische Märchen entstehen lassen. Und haben dabei keinen Gedanken daran verschwendet, was historisch möglich war und was nicht, sondern ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Eingeladen wurden sie dazu von der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe und dem DAAD. Für die Rattenfängersage hatte Hoppe, die in Hameln geboren ist, einen Einstieg beigesteuert. Gemeinsam ist vielen Geschichten, dass der Rattenfänger und/oder die Kinder in den Ländern der jeweiligen Autoren stranden, dort Abenteuer erleben und Aufgaben gestellt bekommen. Nur manchmal findet ein Kind den Weg nach Hameln zurück. Aus den beiden dicken Ordnern, bei Felicitas Hoppe in Berlin landeten, musste sie die besten von 196 Geschichten auswählen. Das sei so gut wie unmöglich gewesen, sagt Hoppe, und zwar vor allem, weil die Verfasser furchtlos zu Werke gegangen seien. In der FAZ wurde 18 Geschichten veröffentlicht. Von diesen 18 wiederum haben wir drei ausgewählt. Hier das Märchen aus Island. weiterlesen


Der Råtzefeer vun Hamlesch

Siedelten die verschwundenen Kinder der Stadt Hameln einst in Transsilvanien? / Spurensuche in Siebenbürgen

Von Ulrich Behmann und Julia Niemeyer Wohin sind sie entschwunden? Wo sind sie geblieben? Nach den Gebrüdern Grimm sind die Kinder der Stadt Hameln nach Siebenbürgen geführt und dort aus einer Höhle hervorgetreten. Dennoch sind die 130 Frauen, Männer und Kinder bis heute wie vom Erdboden verschluckt. Was ist dran an dieser Version der Rattenfängersage? Was spricht für Siebenbürgen – und was dagegen? weiterlesen


Der Wald - Kulisse für Märchen und Sagen

Zauberhaft und gefährlich - der Märchenwald

Die armen Geschwister "Hänsel und Gretel", das liebe "Rotkäppchen" und das schöne "Schneewittchen" kennt fast jeder – klar, das sind Grimmsche Klassiker. Was das Geschehen bei "Brüderchen und Schwesterchen" oder in der Baxmann-Sage angeht, wird das Wissen schon dürftiger. Alle diese Erzählungen aber eint eines: Sie spielen im zum großen Teil Wald. Dieser Märchenwald bietet mal eine schaurige Kulisse, mal stellt er einen idyllischen Zufluchtsort dar. Schaut man sich die vielen verschiedenen Facetten des Waldes in Märchen und Sagen an, ist eines sicher: Langeweile herrscht dort selten. weiterlesen


Der wundersame Holunder

Vom bemerkenswerten Eigenleben eines unscheinbaren Strauches

Von Peter Weber Kaum ein heimisches Gewächs hat in den letzten Jahren so an Ansehen gewonnen wie der schwarze Holunder. Haftete ihm doch lange Zeit etwas von den dürftigen Verhältnissen der Nachkriegszeit an, war der Saft seiner Beeren allenfalls als antigrippales Heißgetränk geduldet. Nunmehr ist er mit dem Aufleben der Naturmedizin in seinen vielfältigen Wirkungsweisen wieder allseits geschätzt, füllt mit feinen Rezepturen ganze Kochbücher oder stimmt mit einem „Hugo“ ganze Festgesellschaften auf Kommendes ein. weiterlesen


Der „kopflose Reiter“

Ist der Herzog von Cumberland gemeint? / Männer ohne Häupter – zwei Sagen berichten davon

Sind Sie schon einmal in der Nähe der Obensburg dem „Mann ohne Kopf“ begegnet? Sicher nicht. Es gibt allerdings gleich zwei alte Sagen, die von kopflosen Männern berichten, die dort umherspuken sollen. Wo spielen die jahrhundertelang von Mund zu Mund weitergegebenen Geschichten, an die sich heute kaum jemand mehr erinnert und die selbst dem ehemaligen und langjährigen Leiter des Coppenbrügger Museums, Gernot Hüsam, noch nicht untergekommen sind. Und was hat es damit auf sich? weiterlesen


Die Deutsche Märchenstraße

Wo die Sagen und Märchen an der Straße liegen

Von Dorothee Balzereit Menschen lieben Geschichten. Einen besonderen Reiz üben die geheimnisvollen Erzählungen unserer frühen Tage aus, die auch wir unseren Kindern weitererzählen. Was könnte also schöner sein, als die Kulissen der Kindheit aufzusuchen? Die Deutsche Märchenstraße macht es möglich. Seit Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße“ in 1975 hat sich die Route zu einer der bekanntesten deutschen Ferienrouten entwickelt. Dem Verein gehören inzwischen mehr als 50 Orte an. weiterlesen


Die geheimnisvolle Katze

Ihr Wesen beschäftigt den Menschen von jeher

Von Viktor Meissner In bundesdeutschen Haushalten gibt es mehr miauende als bellende Familienmitglieder – die Katze hat dem Hund schon längst den Rang abgelaufen. In Ägypten war sie heilig, Leonardo da Vinci nannte sie Meisterwerke der Natur. Im Märchen sind sie Begleiter der Hexen und dem Volksglauben nach sollen sie neun Leben besitzen oder Unglück bringen – Katzen faszinieren die Menschheit von jeher. weiterlesen


Die Geschichte geht weiter...

...aber wie? Gewinnspiel zur Spurensuche in Siebenbürgen

Von Ulrich Behmann und Julia Niemeyer „Und die Geschichte geht weiter.“ Mit Kohle hat jemand diesen Satz auf einen Brunnen in Hamlesch geschrieben. Jenem Ort in Siebenbürgen, der wenigstens dem Namen nach einen Bezug zur Rattenfängerstadt Hameln nahelegt. Einem Ort mit zwei Höhlen, die die Einheimischen „Löcher“ nennen, und von denen sie eher scherzhaft berichten, dass die Hamelner Kinder aus einem von ihnen herausgekommen sind. Ähnliche Geschichten werden auch anderswo in Siebenbürgen erzählt, etwa im nahegelegenen Talmesch oder in Almesch, die beide ebenfalls mit Höhlen aufwarten können. Beweise für die eine oder andere Version gibt es naturgemäß nicht. Einzig der Schlusssatz der Grimm'schen Rattenfängersage deutet konkret darauf hin, dass die entführten Kinder überhaupt nach Siebenbürgen gezogen sein könnten. Aber was wäre, wenn…? Wenn es sich tatsächlich so und nicht anders zugetragen hätte, wie von den Brüdern Grimm beschrieben? weiterlesen


Die Götter des Nordens

Noch immer erinnern Wochentage an ihre Herrschaft

Von Cornelia Kurth Sie kennt das Schicksal aller, doch sie verrät kein Wort. Er will in die Zukunft sehen und opfert dafür sein Auge. Und dann ist da einer, der sich als bester Freund ausgibt, und schließlich alle verrät. Die nordische Götterwelt ist rau, ja brutal. Ihre Gottheiten sind sterblich und müssen untergehen. Und doch spielen sie bis heute in unseren Alltag hinein. weiterlesen


Die Hünen-Saga

Von Riesen und Zwergen im Schaumburger Land

Ob Gewitterblitz, Orientierungssinn der Fledermäuse oder soziales Zusammenleben der Ameisen – die moderne Naturwissenschaft liefert für (fast) alles eine logische Erklärung. Was die Leute früher in Angst, Schrecken oder andächtiges Staunen versetzte, lässt sich heute als Folge und Ergebnis evolutionärer Entwicklungsprozesse nachweisen. Das war zur Zeit unserer Großväter und Urgroßmütter noch anders. Für sie war das Geschehen zwischen Himmel und Erde noch mit wundersamen und phantasievollen Vorstellungen verbunden. Eine gewichtige Rolle in den Erklärungsversuchen spielten Riesen und Zwerge. Die Kunde von deren Wirken gehörte zum Pflichtunterrichtsprogramm der Schulen. In der Grafschaft Schaumburg war eine 1962 vom Kreislehrerverein in Rinteln herausgegebene Fibel „Heimatsagen aus der Grafschaft Schaumburg“ in Gebrauch. Im benachbarten Schaumburg-Lippe benutzte man eine Sammlung des Ex-Landesschulrats Dr. Espe. Der Titel: „Heimatbilder aus dem Schaumburger Land und seiner Umgebung“. weiterlesen


Die Jungfrau Ilse am „Willen Pohl"

Auf dem Walterberge bei Börry soll eine Burg gestanden haben

Es ist ein verwunschener Ort. Wild, romantisch – und versteckt. An seinem Ufer stehen Buchen und Ahornbäume, wuchern Moose auf fauligem Totholz und Schiefer. Die Wasseroberfläche ist mit Entengrütze bedeckt. Der Witte-Puhl, auch der "Weiße See“ genannt, hat  etwas Magisches, etwas Mystisches. Den Teich soll es schon seit Jahrhunderten. „Es ist merkwürdig: Der Teich hat definitiv keinen Zufluss und trocknet dennoch niemals aus“, sagt ein Anwohner – und fügt nachdenklich hinzu: „Ist schon ’ne sonderbare Sache: ein Teich auf einer Bergkuppe.“ weiterlesen


Die Kunst des Töpferns

Ein altes, früher wenig angesehenes Handwerk

Von Dorothee Balzereit Ob Schmied, Weber oder Bäcker: Das Bild vieler traditioneller Handwerksberufe hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert, einige sind heute sogar ganz ausgestorben. Andere haben durch Automatisierung und Rationalisierung nur noch in Grundzügen Ähnlichkeit mit ihren ursprünglichen, prägenden Tätigkeiten. Sie sind mit der modernen Gesellschaft gewachsen, bedienen deren Bedürfnisse und erleichtern die Arbeit enorm. Doch auch die alten Abläufe beinhalten wertvolles Wissen, das durch das Auseinanderdriften von Mensch und Natur droht, in Vergessenheit zu geraten. Im Freilichtmuseum Detmold ist das anders: Dort wird gemüllert, gebacken weiterlesen


Die mächtigste Klippe Niedersachsens

Auf dem mystischen Hohenstein

Das landschaftlich geradezu gewaltig wirkende Hohensteingebiet im westlichen Süntel gilt als das Hauptheiligtum der germanischen Sachsen und soll der Frühlingsgöttin Ostara geweiht gewesen sein. Der turmartige Felsen des sogenannten Grünen Altars sei – so heißt es – als so heilig erachtet worden sein, dass nur Priester ihn betreten durften, um ihre kultischen Handlungen zu zelebrieren. Das Volk habe aus angemessener Entfernung an dem Geschehen teilgenommen, und zwar vom südlich gelegenen Wendgeberg aus. Solch eine Vergangenheit lädt geradezu dazu ein, einen Sonntagsausflug in dieses Gebiet zu unternehmen. weiterlesen


Die Melancholie des Schlafmohns

Mythos und Magie der Pflanzen

In der Bedeutung von Blumen, Blüten und Bäumen, von Wurzelwerk und Pflanzensäften liegen Magie und Mythos dicht beieinander. Vieles ist biblisch, manches teuflisch. Was uns aus früherer Zeit überliefert wurde, hat bisweilen noch heute Bestand.   weiterlesen


Die Vernichtung der weisen Frauen

Seit dem Mittelalter wurden Hebammen verfolgt – weil sie Frauen Entscheidungsgewalt über ihre Körper gaben

Von Wiebke Westphal Er ist einer der ältesten Frauenberufe der Welt: Bereits seit Jahrtausenden helfen Hebammen schwangeren Frauen bei der Geburt ihrer Kinder und im Wochenbett. Doch die Geschichte dieses jahrtausendealten Wissens ist zugleich die Geschichte eines jahrtausendealten Kampfes: Seit dem frühen Mittelalter und mit zunehmender Verbreitung des Christentums wurden Geburtshelferinnen überall in Europa verfolgt, gejagt, gehängt oder verbrannt – denn sie verfügten über und verbreiteten Wissen, das Frauen die Macht gab, wenigstens zu einem kleinen Teil selbst über ihr Leben zu entscheiden. weiterlesen


Die wahren Krimis schreibt die Geschichte

Aus der Sagenwelt des Schaumburger Landes

Weiße Frauen, Hexen, unschuldig verurteilte Jungfrauen, Werwölfe, kopflose Wiedergänger, Gespensterwesen, Feengestalten, Riesen und gute und böse Zwerge: Sie alle haben und hatten ihr Zuhause auch im Schaumburger Land, zumindest in der Sagen- und Legendenwelt, die sich in den vergangenen Jahrhunderten gebildet hat. weiterlesen


Die Wurzeln des Osterfests

Zeit der Hoffnung

Von Wilhelm Gerntrup Kaum ein anderes Fest ist so mit Symbolen befrachtet wie Ostern. Von den Christen als Auferstehung Jesu gefeiert, reicht die kulthafte Bedeutung des neben Pfingsten ältesten und wichtigsten christlichen Festes bis in die frühe Menschheitsgeschichte zurück. Ostern markiert den Zeitpunkt des Lichtwerdens, des Erwachens und der Wiederauferstehung der Natur und des Lebens. Dieser Hoffnung spendende und Neuanfang verheißende Moment wird seit Menschengedenken weltweit gefeiert. Das Gemisch zwischen christlichen und heidnischen Ursprüngen kommt bis heute im Brauchtum zum Ausdruck. Die Einzelrituale sind von Region zu Region und von Ort zu Ort verschieden. weiterlesen


Die „Aschenputtel“-Erzählerin

Kasseler Grimm-Forscher lüftet literaturhistorisches Geheimnis

Ende eines literaturhistorischen Rätsels: Der Kasseler Grimm-Forscher Prof. Dr. Holger Ehrhardt hat die Frau identifiziert, die die Erzählung „Aschenputtel“ zur Märchensammlung der Brüder Grimm beigesteuert hat. Es handelt sich um eine Marburger Kleinbürgerin, die 1814 verarmt und kinderlos in einem Siechenhaus starb. Die Entdeckung eröffnet auch neue Perspektiven für die Forschung zu den Grimmschen Märchen. weiterlesen


Ein göttlicher Bote

Der weiße Hirsch - Reittier in die Anderswelt

Der Hirsch ist in vielen Religionen das Symbol für den sterbenden und wiederauferstehenden Gott. In den meisten vorchristlichen Religionen ist der Hirschgott ebenfalls verkörpert. Im Schamanismus ist der Hirsch, meistens als weißer Hirsch, das Reittier in die Anderswelt. Auch in den keltischen Geschichten taucht der Hirsch im Zusammenhang mit der Nähe der oder dem Übergang in die Anderswelt auf. Die weiße Farbe ist neben ihrer Bedeutung als Reinheitssymbol auch eine Farbe für die Anderswelt. weiterlesen


Eine Augenzeugin gab es

Quellen zur Rattenfängersage

Besonders viele Quellen gibt es nicht zur Rattenfängersage - was das Rästelraten um die Geschichte möglicherweise so spannend macht. Zwei der ältesten Quellen befinden sich außerhalb Hamelns. weiterlesen


Eine ganz besondere Bettgeschichte

Wie der Graf von Gleichen schlief

Im Schloss Pyrmont, der ehemaligen Sommerresidenz des Fürsten zu Waldeck, geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Und das nicht erst, seit das Schlossgespenst Friedrich sein Unwesen auf der Schlossinsel treibt. Als die Adelsfamilie im 20. Jahrhundert während der Kursaison im Sommer Gäste auf die bis 1945 in Privatbesitz befindliche Schloss- und Festungsanlage locken wollte, gab es eine Vielzahl von bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten im Bereich der Außenanlagen. Ganz sicher zählte dazu die vierhundertjährige Linde an der Nordwestseite der Insel, die mit ihren sieben Metern Umfang wirklich einzigartig war, aber leider 1932 durch einen Sturm entwurzelt wurde. Sensationell aber war vor allen Dingen das riesige Bett des Grafen von Gleichen in der Eckbastion von Schloss Pyrmont, das auf einzigartige Weise die Gleichensage jedem Betrachter anschaulich vor Augen führte. Was verbirgt sich hinter dieser Geschichte und was hat Pyrmont damit zu tun? weiterlesen


Endete der Rattenfänger in der Teufelsküche?

Historiker vermutet, dass Sagenfigur und Hamelner Kinder im Koppenberg verschwanden

„Calvarie“ „Cobbanberg“ „Der ganze Schwarm folgte ihm nach, und er führte sie hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand.“ So beschreiben die Brüder Grimm in ihrer Sagensammlung von 1816 den Auszug der Hamelner Kinder. Schon auf dem ältesten erhaltenen Bild zur Sage von 1592 wird die Kinderschar zu einem Berg geführt, der sich vor der Gruppe zu öffnen scheint. Am Rattenfängerhaus heißt es, die Kinder seien „to Calvarie bi den Koppen“ geführt worden. meint vermutlich einen Hinrichtungsplatz. Diese Orte wurden früher auch als Kalvarienhügel bezeichnet. Der älteste schriftliche Bericht von der Rattenfängersage schreibt Mitte des 15. Jahrhunderts davon, dass der Pfeifer mit seinem Gefolge zum Calvarien- oder Hinrichtungsplatz hinauszog. Was allerdings mit „den Koppen“ gemeint ist, ist umstritten. Der Coppenbrügger Heimatforscher Gernot Hüsam hat dafür eine zumindest örtlich naheliegende Antwort gefunden: Als Galgenberg sei die Heerburg bei Coppenbrügge – an der heutigen Bundesstraße 1 – bekannt. Der Ith-Oberberg wurde in einem Zeugnis aus dem Jahr 1013 genannt. Hüsam vertritt die These, dass Rattenfänger und Kinder in einer Höhle verschüttet wurden, vermutlich dort, wo sich heute die „Teufelsküche“ befindet. weiterlesen


Es waren einmal...

... zwei unzertrennliche Brüder - Auf den Spuren von Jacob und Wilhelm Grimm

Sie zählen zu den berühmtesten Deutschen, jedes Kind kennt sie. Für die meisten gehören die „Brüder Grimm“ untrennbar zusammen. Dabei waren die beiden Märchen- und Sagensammler Jacob und Wilhelm Grimm höchst unterschiedlich. Während Wilhelm sich den Märchen widmete und diese dank seiner Veränderungen zum weltweiten Erfolg wurden, verschrieb sich Jacob im Laufe der Zeit mehr und mehr der Sprachwissenschaft. weiterlesen


Fährmann sprach Todesurteil

Gedenkstein an B83 erinnert an Mord bei Grohnde und Hinrichtung bei Latferde

An der Platanenallee bei Grohnde – auf der Stützmauer des „Kleinen Holzes“ – steht in Stein gemeißelte Heimatgeschichte. Tagein, tagaus fahren 10000 Menschen an einem Sühnestein vorbei, der an einen spektakulären Mord erinnert. Die Inschrift, die kaum jemand lesen wird, weil es an dieser Stelle keinen Fußweg gibt, lautet: „D. 6. Febr. 1741 ist alhie ermordet und beraubet Johan Jürgen Geis. Grohnd. Ohs. und pollischer Amtsbote, der treu in seiner Verrichtung und bey jederman beliebt war. Der grausame Thäter ist mit glühenden Zangen gerissen, mit Keulen erschlagen und aufes Radt gelegt d. 21. Apr. 1741“ weiterlesen


Farbenspiele auf nackter Haut

Vom „Signal-Rot“ früher Menschen bis zur bunten Bodypainting-Kunst heutiger Zeit

Von Ernst-Michael Stiegler   Von Rund 30 000 Jahre trennen die „Venus von Willendorf“ von einem Modell des Hamelner Bodypainting-Künstlers Jörg Düsterwald. Gemeinsam ist beiden eine farbige „zweite Haut“. Rote Farbreste bei der üppigen Urzeit-Venus könnten ein Indiz dafür sein, dass dem Menschen, der diese kleine Kalksteinstatuette geschaffen hat, Körperbemalung nicht fremd war. Als schnell vergängliche Kunst – nur Fotos halten das Werk fest – findet sie heute wieder Beachtung. weiterlesen


Geheimnis Höhle

Im Reich der Zwerge, Touristen und Steinzeitkünstler

Die Höhle aller Höhlen, die wir alle kennen, ohne sie wirklich zu erinnern: Mamas Bauch. Und sicher unbewusst: prägend. Ein Leben lang. Wir suchen Höhlen, die uns umschließen, einhüllen. Unsere Wohnungen, Häuser – nichts als Höhlen, auch wenn sie mit glatten Wänden und Ecken gestaltet sind. Rundumschutz und allemal den Rücken freigehalten. Selbst in Restaurants und Cafés sind es die Eckplätze, die als erste besetzt werden. Den Blick auf das Fremde, den Feind vielleicht, sichern und nach hinten Schutz bieten. weiterlesen


Geheimnisvoller Ith

Sagenumwobener Höhenzug voller Kultstätten – Sogar eine Version der Rattenfängersage endet hier

Von Gernot Hüsam Unter den Bergen des nördlichen Weserberglandes gibt es kaum einen, der so sagenumwoben ist wie der Ith. Ob der altgermanische Kult- und Opferplatz „Wackelstein“, das Felsheiligtum „Fahnenstein“ aus heidnischer Zeit oder der Felskessel und Kultplatz „Teufelsküche“: Die Anziehungskraft des weserbergländischen Höhenzugs ist stark. Sogar eine Version der Rattenfängersage endet hier. Allerdings sind nur noch wenige der Kultstätten zugänglich, da sie im Naturschutzgebiet Oberberg liegen. weiterlesen


Geheimnisvoller Mond

Garant für Mythen

Von Peter Weber Das Verhältnis des Menschen zum Mond, der dem Unbegreiflichen der eigenen Existenz in den Weiten des Weltalls doch wenigstens etwas von ahnender Anschauung verleiht, ist von unvergleichlicher Komplexität und Ambivalenz. Das hat es gerade Schriftstellern immer wieder zum Thema werden lassen. weiterlesen


Geisterjäger suchen „Weißen Frau“

Rittergut der Familie von Münchhausen in Apelern auf Spukerscheinungen untersucht

Mit Bewegungsmeldern und empfindlichen Mikrophonen, Kameras und Temperaturmessern haben vier Hamburger Geisterjäger das Rittergut der Familie von Münchhausen auf Spukerscheinungen hin untersucht. Begleitet wurden sie von einem NDR-Fernsehteam. weiterlesen


Geisterjagd im Schloss Bad Pyrmont

„War da gerade was?“

Geisterjagd kann anstrengend sein. Hartmut Eggers-Welp steht der Schweiß auf der Stirn. Immerhin hat er bis eben ganz schön schleppen müssen. Acht Infrarotkameras, einen Camcorder, Fotoapparate, Thermo- und Hygrometer, elektromagnetische Feldmesser, Diktiergeräte, Lasennetze und Hunderte Meter Kabel gehören zur Ausrüstung, die vernetzt und in der Beletage und auf dem Dachboden des Museums im Schloss verteilt worden sind. „PUT“ steht in gelben Großbuchstaben auf dem T-Shirt des stämmigen Mannes und weist ihn damit als Mitglied des im ostfriesischen Rhauderfehn beheimateten „Paranormalen Untersuchungsteams“ aus, das in seiner Freizeit auf Gespensterjagd geht. An diesem Wochenende hat das siebenköpfige Team das Pyrmonter Museum im Visier und wird am Ende – so viel sei verraten – von einer „superinteressanten und erfahrungsreichen Nacht“ berichten. weiterlesen


Gnadenlose Hexenjagd

In Rinteln wurden besonders unnachgiebige Urteile über vermeintlich gefährliche Frauen gesprochen

Von Wilhelm Gerntrup „Hexen“-Geschichten sind in vielen Volkskulturen überliefert. Dabei ging und geht es meist um mythische, mit übersinnlichen Fähigkeiten. Besonder gut kannten sich diese Zwischenwesen im Bereich Weissagung, Kräuterkunde, Wunderheilung und/oder Geburtshilfe aus. Die Bezeichnung „Hexe“ war hierzulande bis zur Einführung des Christentums unbekannt. Bei unseren heidnischen germanischen Vorfahren war von - überwiegend weiblichen - „unholden“ (nicht immer gutartigen Personen) die Rede. Die Umdeutung und Verfolgung als dämonische, gottlose Teufelskomplizinnen kam erst im Gefolge der Christianisierung in Gang. weiterlesen


Gold im Fluss

Von Fähren, Zwergen, Gold und dem Ursprung bestimmter Sagen

Von Frank Neitz Ob Riesen, Zwerge oder Elfen, Wölfe, Hirsche oder Jäger – eines ist Sagenwesen gemeinsam: Sie haben die Geschichte selten für sich allein gepachtet. Die meisten Sagen werden auf diese oder jene Weise an verschiedenen Orten jeweils unterschiedlich erzählt, eben auf die Weise, wie man sie mündlich weitergab. Gemeinsam ist ihnen der Kern der Geschichten und die Motivation, bestimmte Erfahrungen und Vorkommnisse weiterzugeben. weiterlesen


Gold, Gold, Gold

… und die Menschheitsgeschichte

Von Richard Peter Das Gelbe, wie Gold im Mittelalter auch genannt wurde, hatte schon im Altertum eine große Bedeutung. Man nimmt an, dass in China lange vorher Münzen benutzt wurden, die Gold enthielten. Ab dem 13. Jahrhundert wurde auch in Deutschland, zum Beispiel in Eisenberg, in Westfalen und südlich von Kassel Bergbau betrieben, um Gold abzubauen. Besonders ergiebig war das allerdings nicht. weiterlesen


Hamelner Sagen

Vom Finkenborner Weg, dem Münster und anderen Orten

Das Geheimnisvolle bleibt, auch wenn sich manches natürlich erklären läßt In den Sagen und Märchen waltet die Volkspoesie und sucht das Geheimnisvolle undUnerklärliche zu deuten. Sie sind für uns wichtige Quellen der Volkskunst und Erzeugnisse der schöpferischen Phantasie, aus denen mancherlei Erkenntnisse und Weisheiten hervorleuchten weiterlesen


Hamelns vergessenes Wildkind

„Der wilde Peter“ - vor vielen Jahren einmal eine Berühmtheit

Von Richard Peter Ein Schattendasein – im Schatten des Rattenfängers: „Der wilde Peter“. Ein Wildkind aus dem Klütwald. Vor langer Zeit eine Berühmtheit. Und anders als andere seiner Art – am berühmtesten natürlich Kiplings Mogli aus dem Dschungelbuch, der durch Disneys so genialen wie niedlichen Zeichentrick-Film zum globalen Hit wurde. Allerdings: eine literarische Erfindung. Konkurrenz auch ganz real für Hamelns „Wilden Peter“ durch einen Kaspar Hauser, der die Fantasie der Menschen immer wieder beschäftigt hat – aber auch das „Wildkind“ aus Truffaults Film, ein Wildkind aus Südfrankreich, der Anfang der 70er-Jahre in die Kinos kam. weiterlesen


Heidnische Tradition auf Fachwerkhäusern?

Von alten, gemalten Säulen, die an die Irminsul erinnern

Von Dorothee Balzereit Bibelsprüche auf den Querbalken, Namen, Jahreszahlen und reich verzierte, farbige Malereien – all das findet man bis heute rund um die Dielentore alter Fachwerkhäuser im Weserbergland. Insbesondere auf den Dörfern wird schnell fündig, wer die Augen offen hält. Während die einen die auffällige Ornamentik für reinen Zierrat halten, glauben andere, dass mehr dahintersteckt. Vor allem Heimatforscher vermuten, dass es sich um eine seit Jahrhunderten unbewusst fortdauernde Sinnbildtradition handelt. weiterlesen


Hinter Dornen verschanzt

„Dornröschen“: Ein Pubertätsmärchen aus der Grimmschen Schatztruhe

Von Richard Peter Sie war gerade 15 Jahre alt geworden, mitten in der Pubertät also, dazu so „schön, sittsam, freundlich und verständig“ wie es heißt, „dass es jedermann liebhaben musste“: Unser Dornröschen, noch ohne Dornen und auch ohne Röschen - aber neugierig. weiterlesen


Im Märchenwald

Der einzigartige Zauber des Urwaldes Sababurg

Wald ist Wald. Oder etwa nicht? Ob dichte Buchen, seltene Eichen- oder lichtere Fichtenwälder: Den Deutschen wird von jeher eine besondere Beziehung zum Wald nachgesagt. Er gilt als Sehnsuchtsort, als Ballungsraum schwärmerischer Gefühle. weiterlesen


Im Reich der Alraune

Von Liebesäpfeln und Wurzelmännern, betörenden Düften und großem Geschrei

Von Peter Weber Es gibt Pflanzen, die kommen gut ohne ihr übernatürliches Beiwerk aus, das ihnen die Menschheit angedeihen lässt. Bei der Alraune allerdings erscheint das schier unmöglich, sie ist eine „Zauberpflanze“ schlechthin. Kulturen- und zeitenüberdauernd, verkörpert sie ein geheimnisvolles Wesen, dem in der Kürze kaum beizukommen ist. weiterlesen


Im „Spukhaus“ soll ein Mönch umgehen ...

Unheimliches in Hamelns Altstadt

Donnernd schlägt ein schwerer Torflügel zu: Das Geschirr in der Küche klirrt, der volle Wassereimer schwappt über. Und irgendwann geistert auch ein unheimlicher Mönch durchs Haus. Keine Frage: Hier spukt’s! Was sich liest wie das Script zu einem Gruselfilm ist ein Bericht von Elsbeth Best zur „St.-Jodokus-Kapelle“. Und die stand nicht etwa in einem Hollywood-Studio, sondern mitten in Hamelns Altstadt, in Nachbarschaft von Redenhof und Spritzenhaus. Hamelns „Spukhaus“, belegen historische Quellen, ist kein Spuk. weiterlesen


In der Welt der Zwerge

Von Kobolden und Unterirdischen

Von Dorothee Balzereit Sie sind klug und geschickt und heilkundig. Habgierig, hinterlistig und grausam. Grummelig, aber treu. Und berühmt sind die Zwerge für Waffenschmiedekunst. Klein, meist uralt, verrunzelt und mit einem Bart bis zu den Knien entsprechen sie nicht gerade dem männlichen Schönheitsideal – egal welcher Zeit. Vielleicht waren sie des erfolglosen Werbens müde und haben sich deshalb darauf verlegt, Frauen zu rauben. Das zumindest sagt man ihnen nach. Der Entführten war immerhin ein schönes Fest beschieden, denn feiern können Zwerge gut, und Hochzeiten stehen besonders hoch im Kurs. Mit reichlich Speisen, viel Bier und noch mehr Hunger und Durst. weiterlesen


Ist die Kirche der Rattenfänger?

Psychiater untersucht die Sage aus ganz neuer Perspektive – und rückt Inquisition als Motiv in den Blick

Von Dorothee Balzereit War es möglich, 130 Menschen einfach so verschwinden zu lassen? „Ja“, sagt Stefan Joost. Die Möglichkeit einer Massenbeseitigung hat der Gießener Psychiater und Psychotherapeut sowohl in Bezug auf das Verschwinden der Hamelner Kinder im Jahr 1284 als auch auf die Rattenplage in der Hamelner Sage untersucht. Und zwar in einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit aus psychologischer Sicht, an der Joost seit etwa vier Jahren arbeitet. Es ist eine Perspektive, die es in Forschungen zur Sage so noch nie gab. Letztes Wochenende hat er seine Ergebnisse einem wissenschaftlichen Zirkel der Grimm-Gesellschaft vorgestellt. weiterlesen


Kamille sei Dank

Von Hausmitteln und alten Heilmethoden – Einblicke in die dörfliche Heilkunde des Weserberglandes

Von Wilhelm Gerntrup   Weit mehr als tausend Medikamente stehen kranken und leidenden Zeitgenossen heutzutage zur Verfügung – verschrieben, verkauft und verabreicht von hoch spezialisierten Ärzten, studierten Apothekern und in Hightech-Krankenhäusern. Solche Verhältnisse hätten sich unsere Altvorderen noch nicht einmal im Traum vorstellen können. Bis vor gut einem halben Jahrhundert nahm sich die medizinische Versorgung – gemessen an heutigen Maßstäben – geradezu dürftig aus.     weiterlesen


Kinder, Angst und Märchen

"Das Leben ist nicht nur rosa Zuckerguss"

Von Bastian Benrath Grimms Märchen haben in der Vergangenheit viel Kritik einstecken müssen: Sie seien zu grausam, würden Kindern Angst machen. Die Märchen-Experten, die sich derzeit in Würzburg versammeln, sehen das anders: Märchen drückten vielmehr ein Menschheitsbedürfnis aus. weiterlesen


Kleine Geschichte des Glücksspiels

Von Pharaobank und Würfelglück in Wirtshäusern

Von Wilhelm Gerntrup Ob beim Karten- oder Würfelspiel, im Casino, beim Pferderennen, per Lottoschein oder beim (Internet-) Poker – der Wunsch, einen unverhofften Glückstreffer zu landen, gehört zu den größten und ältesten Sehnsüchten der Menschheitsgeschichte. Die Erfolgsaussichten sind bekanntlich gering. Mehr noch. Millionen von Männern, Frauen und Familien sind am unbezähmbaren Wunsch nach dem schnellen Geld zugrunde gegangen. Das hat nicht zuletzt mit der Reaktion der Obrigkeit zu tun. Nicht selten wurde versucht, der Sucht mithilfe halbherzig-widersprüchlicher Gesetze und Appelle beizukommen. weiterlesen


Korbflechten war nie ein Lehrberuf

In Exten geht Heinrich Edeler einer fast ausgestorbenen Tätigkeit nach

Ob Schmied, Weber oder Bäcker: Das Bild vieler traditioneller Handwerksberufe hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert, einige sind heute sogar ganz ausgestorben. Andere haben durch Automatisierung und Rationalisierung nur noch in Grundzügen Ähnlichkeit mit ihren ursprünglichen, prägenden Tätigkeiten. Sie sind mit der modernen Gesellschaft gewachsen, bedienen deren Bedürfnisse und erleichtern die Arbeit enorm. Doch auch die alten Abläufe beinhalten wertvolles Wissen, das durch das Auseinanderdriften von Mensch und Natur droht, in Vergessenheit zu geraten. In Exten bei Rinteln gibt es noch jemand, der eine fast ausgestorbene Tätigkeit ausübt – den des Korbmachers. weiterlesen


Kultstätte Externsteine

Felsformation mit magischer Anziehungskraft

Von Gabriele Laube Wenn am 21. Juni der längste Tag in die kürzeste Nacht übergeht, werden die Externsteine im Teutoburgerwald wieder zum Anziehungspunkt für Tausende Pilger und Neugierige. Viele ungelöste Rätsel umwehen die Kultstätte, zahlreich wie Sandkörner entspringen Mythen, Sagen und Geheimnisse den düsteren, bizarr zerklüfteten Externsteinen und geben Historikern, Esoterikern, Astrowissenschaftlern und Touristen Rätsel auf. weiterlesen


Lutterburg lockt Gruseltouristen

Magnet für Paraphänomen-Fans und -Forscher

Von Joachim Zieseniß Wäre da nicht die Hausruine mit dem eingefallenen Dach, die zwischen Bodenwerder und Pegestorf für Vorbeifahrende neben der B 83 kurz im Baumgestrüpp auftaucht, so wäre für Uneingeweihte kaum mehr etwas zu sehen von der sogenannten Lutterburg. Und dennoch scheint sich das, was sich am Hang der 240 Meter hohen Lutterbergshöhe unweit des verfallenden Weser-Gasthauses „Lichtenruh“ in Jahrzehnten der Wald zurückgeholt hat, mittlerweile im medialen Zeitalter zum Aushängeschild Bodenwerders entwickelt zu haben: zumindest in Internetforen wie „Spukvilla“ oder „Allmystery“. Dort wenigstens droht „Die unheimliche Lutterburg in Bodenwerder“ im www.-Zeitalter dem legendären Lügenbaron langsam den Rang abzulaufen. weiterlesen


Magischer Schutz

Vom Glauben an die Kraft der Talismane und Amulette

Von Viktor Meissner Früher glaubten die Menschen, dass die umgebende Natur beseelt sei. Bäume, Pflanzen, Berge, Himmel und Erde hatten in ihrer Vorstellung ein Eigenleben. Im Gefühl ihrer Hilflosigkeit gegenüber Naturgewalten glaubten sie im niederfahrenden Blitz, im Hagel, in Vulkanausbrüchen und im Sturm übermächtige Wesen zu erkennen. Das Bedürfnis nach Schutz war dementsprechend groß. Ebenso der Wunsch, wenigstens ein Stück weit Einfluss nehmen zu können auf das, was immer wieder unvermittelt über ihre Welt hereinbrach. Zu den ältesten Dingen, die dabei helfen sollten, gehören Talismane und Amulette. weiterlesen


Mittsommer - Fest der Ekstase

Riten in der kürzesten Nacht des Jahres

Von Dorothee Balzereit Mittsommer. Der Tag, an dem die Kelten die kürzeste Nacht des Jahres feierten. Einst wurde die Sommersonnwende zwölf Tage lang gefeiert. Ekstatisch wurde die Natur gefeiert, die Seele setzte zum Höhenflug an. weiterlesen


Mord vor dem Neuen Tor

Starb 1761 ein Bauer durch die Hand eines Soldaten? / Erkenntnisse über eine fast vergessene Geschichte

Von Ulrich Behmann Es gibt frei erfundene Geschichten und archivalisch belegte Geschichte, Sagen, die immer ein Fünkchen Wahrheit enthalten, und mündlich weitergegebene Erzählungen oder Märchen. Wird heute von einer Begebenheit aus früherer Zeit berichtet, ist häufig unklar, was davon stimmt und was im Laufe der Jahrhunderte hinzugedichtet wurde. Die Dewezet ist einem Text über ein mutmaßliches Verbrechen nachgegangen, der sich in dem bei CW Niemeyer erschienenen Buch „Sagen und Erzählungen“ befindet. Es geht um einen „Mord im Siebenjährigen Krieg“, der sich am 20. Dezember 1761 vor dem Neuen Tor in Hameln ereignet haben soll. weiterlesen


Mysterium Hohenstein

Sagenhafte Klippen - Von Weißen Hirschen und Bannflüchen

Von Nicole Trodler Nach dem Aufstieg zu den Klippen ist der Grüne Altar das erste Felsmassiv, das der Wanderer erreicht. Danach kommt die Teufelskanzel und als dritter Hohensteinfelsen der Hirschsprung. Dieser darf jedoch nicht mehr betreten werden. Die Kanzel ist abbruchgefährdet und liegt im abgesperrten Naturschutzgebiet.Grüner Altar, Teufelskanzel, Hirschsprung – die Namen der Klippen des Hohenstein sind klangvoll und lassen gleich abenteuerliche Geschichten in den Köpfen phantasiebegabter Menschen entstehen. Und tatsächlich: Auch um den Hirschsprung und die Teufelskanzel ranken sich Legenden. weiterlesen


Nichts als Eulenspiegeleien

Die Geschichte eines Narren, der den Leuten den Spiegel vorhält, war schon vor 500 Jahren ein Weltbestseller

Von Richard Peter So viel Eulenspiegel, dass man gar nicht weiß, wo anfangen bei diesem klugen Narren Till. Allein der Name kennt eine ganze Reihe von Abweichungen und unterschiedlichen Schreibweisen. Von unserem heute bevorzugten Till Eulenspiegel über Dil Ulenspiegel und Dyl Ulenspegel, der in de Costers berühmten Roman zu Tyll Ulenspiegel mutiert. weiterlesen


Quelle der ewigen Jugend

Menschheitstraum Jungbrunnen: Auch Bad Pyrmont soll einen gehabt haben …

Von Richard Peter Nichts weniger als ein ewiger Menschheitstraum – vor allem aber: Traum der Frauen. Fast schon traumatisch. Exemplarisch in die Welt gesetzt und gemalt von Lukas Cranach dem Jüngeren – auch wenn die Experten den älteren Cranach zusätzlich ins Spiel bringen. „Der Jungbrunnen“ ist allemal ein Highlight von 1546, das in der Gemäldegalerie Berlin hängt weiterlesen


Sagenhafte Weser

Zeugnisse einer vergangenen Glaubens- und Vorstellungswelt

Von Uwe Pernack Wenn von Wesersagen die Rede ist, wird damit für gewöhnlich die Gesamtheit der Sagen des Weserberglandes benannt. Genau genommen dürfte aber mit diesem Begriff nur die kleine Anzahl jener Sagen bezeichnet werden, denen vor allem die Weser als Stoff für Erzählungen dient. Sie geben Aufschluss über die Glaubens- und Vorstellungswelt der einstigen Bewohner des Oberen Wesertales. weiterlesen


Schätze im Köterberg?

Von Gold und Silber tief im Inneren

Von Joachim Zieseniss Der Köterberg gilt mit seinen 500 Metern über dem Meeresspiegel volkstümlich als der „Brocken“ im Weserbergland und wird als höchsten Berg im Weserbergland beworben. Was aber genau genommen nicht so stimmt. Ist doch der Solling auf der anderen Weserseite mit seiner höchsten Erhebung 527,8 Meter hoch. Als freistehender Berg und mit seinen heutigen Sendemasten ein markanter Orientierungspunkt, hat der Köterberg jedoch immer eine besondere Bedeutung für das Weserbergland gehabt. weiterlesen


Sehnsucht nach dem Mittelalter: MPS in Bückeburg

Romantiker von heute

Von Gabriele Laube Das Mittelalterspektakel in Bückeburg ist seit ein paar Tagen vorbei, doch für viele Mittelalterfans ist das riesige Treffen längst nicht das einzige Treffen dieser Art im Jahr. Die Leidenschaft für das Zeitalter prägt für viele eine Lebenseinstellung. Genährt wird sie fast immer von der Sehnsucht, aus dem Alltag auszusteigen. Zu entschleunigen, in Kostüme und Rollen zu schlüpfen oder spirituellen Widerhall zu finden. weiterlesen


Selbst Goethe staunte über Externsteine

Geheimnisvoll und überirdisch schön

Karl der Große soll hier schon gewesen sein und im Jahre 772 bei seinen Bestrebungen, die Sachsen zum Christentum zu bekehren, das Heiligtum des hier lebenden Volkes, die so genannte Irmensäule, zerstört haben. Und auch der glücklose römische Feldherr Varus soll auf dem Weg in die nach ihm benannte Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. an den Steinen vorbeigekommen sein. weiterlesen


Sieben Kinder zur gleichen Zeit

Der Hamelner Siebenlinge-Stein und seine Deutungen

Geburt und Tod liegen in der Frühen Neuzeit dicht beieinander. Die Kindersterblichkeit ist hoch. Die am Morgen des 9. Januar 1600 geborenen Mehrlinge von Thiele Römer und seiner Frau Anna Breyer sterben noch am Mittag desselben Tags. Die ursprüngliche Grabinschrift spricht von „zwey Knäbelein und zwey Mägdlein“, die immerhin noch die Nottaufe erhalten. Die Geburt von Vierlingen ist auch für diese Zeit sehr ungewöhnlich. Im Lauf der Jahrhunderte entsteht aber die Legende, es habe sich sogar um Siebenlinge gehandelt. Zu sehen sind nämlich sieben tote Kinder. Üblicherweise werden alle Nachkommen einer Familie – lebende und schon verstorbene – auf einem solchen Epitaph dargestellt. Vermutlich sind also schon vor der Mehrlingsgeburt drei Kleinkinder verstorben. Die Legende wirkt jedoch so stark, dass man Anfang des 19. Jahrhunderts die Grabinschrift ändert: Aus zwei Mädchen werden fünf. weiterlesen


Spieglein, Spieglein...

Der märchenhafte Erfolgsstory von Schneewittchen und den sieben Zwergen

Von Wilhelm Gerntrup Der Wettstreit trägt skurrile Züge: Mindestens vier deutsche Gemeinden wetteifern darum, die Heimat von Schneewittchen und den sieben Zwergen zu sein. Wer das für einen bloßen Reklamegag hält, wird eines Besseren belehrt. Auch in Märchen stecke oft ein Fünkchen historischer Wahrheit, so die Befürworter. weiterlesen


Spuk in der Ruine

Die unheimliche Lutterburg in Bodenwerder

Von Joachim Zieseniss Geradezu märchenhaft ist der Stoff, der Anfang des vorigen Jahrhunderts am steilen Hang des Hopfenberges südlich von Bodenwerder architektonische Form annahm: Der jenseits des großen Teichs steinreich gewordene deutschamerikanische Industrielle Ernst-Theodor Büttner kommt 1908 nach „Good old Germany“ zurück. Und da, anders als für die Menschen in der rund vier Kilometer entfernten Münchhausenstadt, Geld für ihn keine Rolle spielt, baut er in seinem sagenhaften Reichtum hoch über der Weser ein Traumschloss als Ruhesitz. Deutsche Prominenz geht fortan in der Villa auf dem über 21 Hektar großen, steilen Hanggelände, das der Bauherr hatte terrassieren lassen, ein und aus. Bodenwerderaner haben nur als Personal Zutritt, staunen aus der Ferne und bringen sporadisch Nachrichten über den gesehenen Luxus mit in die Weserstadt. weiterlesen


Supermann Siegfried

Unsere deutschen Heldensagen haben viele Nachfolger

Von Richard Peter Uns ist in alten maeren wunders vil geseit“ – damit beginnt das „Nibelungenlied“, das als der „Nibelungen Not“ endet. Sozusagen in Etzels Schlachthaus irgendwo in Pannonien. „Der Rest ist Schweigen“ – ähnlich wie in Shakespeares „Hamlet“. Erzählt wird in dem vielleicht größten mythologischen Stoff der Literaturgeschichte eine Vielzahl überlieferter Geschichten, die immer wieder neu erzählt, verändert, miteinander verwoben, schließlich um 1200 am bischöflichen Hof in Passau als „Nibelungenlied“ festgeschrieben wurden. weiterlesen


Und ewig lockt das Weib

Von Lust, Leidenschaft und Verführungskunst in Märchen und Sagen

 Von Dorothee Balzereit   Die Frauen sind schuld. So wird es beschrieben, seit Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden. Weil sie nicht der Versuchung widerstanden, vom Apfel zu naschen. Natürlich war das Evas Idee. Auch in einem anderen Naturparadies, in Neuguinea, sind Frauen in der Fantasie von Männern von sexueller Unersättlichkeit und nur durch soziale Maßregelung davon abzuhalten, diese ins Verderben zu reißen. weiterlesen


Und schon war es wieder Scheiße

Klo-Bräuche und die Verbindung von Kot und Geld in Anekdoten, Sagen und Märchen

Von Cornelia Kurth „Scheiße sagt man nicht“ heißt eine Ausstellung im Freilichtmuseum Detmold, die noch bis Ende Oktober 2016 über den Schüsselrand schaut und Interessantes aus der Kulturgeschichte der Toilette erzählt. Auch in Märchen und Gebräuchen ist das stille Örtchen und der Gang zum Klo eine feste Größe. Eine nicht ganz so stille Betrachtung. weiterlesen


Undines Geheimnis

Woher Fouqué die Inspiration für seine Geschichte nahm

Die tragische wie romantische Geschichte von Fouqués „Undine“ ist folgende: Das junge Mädchen Undine strandet bei einem armen Fischerehepaar, das auf einer einsamen Seespitze lebt. Sie ist übermütig und vorlaut, aber ebenso anmutig und liebenswert. Eines Tages kommt ein Ritter namens Huldbrand durch den märchenhaften Wald in die verlassene Hütte. Er kann Undines Charme nicht entkommen und heiratet sie. weiterlesen


Unschuldig als Hexe ertränkt

Die Sage von der Blutlinde in Frank Suchlands Version

Von Dorothee Balzereit Früher wurden sie mündlich überliefert, und als die Märchen und Sagen aufgeschrieben wurden, hatten sie bei vielen Familien ihren festen Platz im Bücherschrank. Heute muss das Genre sich zwischen vielen anderen behaupten. Da haben es vor allem die Sagen nicht ganz einfach, bei deren Weitergabe weniger auf Fantasie und Stil geachtet wurde, als auf die wahrhaftige Verortung, die handelnden Personen und das detailgetreue Geschehen. weiterlesen


Unter Nixen und Wassermännern

Was im bewegten Element so los ist

Von Wilhelm Gerntrup Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück“, erkannte der große griechische Philosoph und Naturwissenschaftler Thales von Milet vor zweieinhalbtausend Jahren. Ob und wie viele Menschen es damals schon in der hiesigen Wesergegend gab und wie sie es mit dem wundersamen Nass hielten, weiß man nicht. Sicher ist jedoch dies: so poetisch wie der weise antike Gelehrte konnten sie ihre Erfahrungen mit der Quellflüssigkeit nicht in Worte fassen. weiterlesen


Unter unheimlichen Sonnen

Geheimnisvolle Himmelserscheinung während der Schlacht bei Oldendorf

Von Wilhelm Gerntrup Mehr als 7000 Mann kamen im Juli 1633 in der Schlacht bei Hessisch Oldendorf ums Leben. Und doch gab es an diesem Tag etwas, das viele Menschen mehr erschreckte: Die Sonne war plötzlich nicht mehr allein, sie hatte „Nebensonnen“. Heute wissen wir, dass es sich bei dem Himmelsphänomen um eine sogenannte Halorscheinung handelte. Hervorgerufen wird sie durch dünne Wolken von Eiskristallen, in die das Sonnenlicht in einem bestimmten Winkel ein- und wieder austritt. An diesem dramatischen Tag im Juli 1633 hielten die Menschen es für ein Zeichen des Himmels.  weiterlesen


Vom Draht nach drüben

Ich sehe tote Menschen“, flüstert der kleine Cole im Film „The Sixth Sense“ seinem Psychologen Bruce Willis zu. Manch einer sieht sie nicht nur, er möchte auch mit den geistigen Wesen kommunizieren. Von Erscheinungen oder Praktiken, die heute als „paranormal“ bezeichnet werden, wird schon in der gesamten Kulturgeschichte berichtet: Geisterbeschwörungen sind eine alte und in vielen Religionen verbreitete Praxis, Ahnen und Orakel werden schon seit Jahrtausenden um Rat gefragt. weiterlesen


Vom verzauberten Arminius

Einer alten Sage nach wohnte der germanische Held auf der Herlingsburg

Von Manfred Willeke Als einer der mystischsten Orte des Weserberglands gilt die Herlingsburg oberhalb von Lügde. Einst befand sie sich irgendwo auf dem Plateau des Keuperbergs, einem rund 334 Meter hohen Bergkegel. Um 200 vor Christi entstand hier eine germanische Burg, die von ein oder zwei Familien durchgängig bewohnt war. Angeblich soll sogar Arminius beziehungsweise Hermann der Cherusker dort gewohnt haben. Nach einer alten Sage ist er von Zwergen verzaubert worden und wartet im Berg, umgeben von sagenhaften Schätzen und uralten Weinen, auf die glorreiche Zeit, in der er wieder hervortreten kann. weiterlesen


Von Kreuzsteinen, Mordkreuzen und Sühnezeichen

Einblicke in die sagenumwobene Geschichte der Steinmale

Von Wilhelm Gerntrup Steinkreuze, Kreuzsteine und andere, oft abgelegen an Wegrändern, Böschungen oder unter Bäumen und Hecken gelegene Gesteinsblöcke und -Platten haben schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt. Das hat vor allem mit den oft geheimnisumwitterten Hintergrundgeschichten zu tun. Manche der Steine wurden zur Erinnerung an die Opfer von tragischen Unfällen oder grausamen Verbrechen aufgestellt. Auf einigen sind Zeitpunkt und Anlass des Geschehens eingraviert. weiterlesen


Von Rittern und Räubern

Finstere Erzählungen über die Herren der Wälder

Von Maike Lina Schaper Im Wald da sind die Räuber – so beginnt ein altes Volkslied. Dicht bewachsene und schwer einsehbare Wälder galten schon immer als Rückzugsort für allerlei finstere Gesellen. Räuberbanden und Halsabschneider lehrten Reisende insbesondere an einsamen Wegen das Fürchten. Aber auch einstmals edle Adelsgeschlechter hatten sich auf Plünderungen und Wegelagerei verlegt. Selbst auf bedeutenden Handelsstraßen waren Kaufleute zeitweise nur in Gruppen sicher. Räuber und raubende Ritter waren damals eine reale Gefahr für Hab und Gut. Zustände, die prädestiniert sind für schillernde Sagen – auch im Weserbergland. weiterlesen


Von Zwergen und Blendern

Kein Gold in Goldbeck, Graf lässt dennoch abbauen – und es gibt eine Sage vom kleinen Volk

Von Dorothee Balzereit In den Alpen sind sie weit verbreitet, in England, in Norddeutschland und natürlich auch im Weserbergland: die Zwergensagen. Auch in Goldbeck sollen einige Zwerge gelebt haben. Verwunderlich ist das kaum, denn es gab Bergbau dort, wie hiesige Forscher herausfanden. Und wo abgebaut wurde, war das kleine Volk nicht weit. Das Interessante: Es gab überhaupt keine wertvollen Bodenschätze bei Goldbeck – Graf Otto IV. von Holstein-Schaumburg täuschte den Abbau anscheinend vor, um sich Vorteile zu sichern. weiterlesen


War der Rattenfänger ein Lokator?

Von der Theorie, dass die Hamelner Kinder mit einem Werber nach Osten zogen

Von Dorothee Balzereit Waren die 130 verschwundenen Kinder aus Hameln Siedler, die mit einem Lokator ("Platzmacher"), damals eine Art Siedluingsanwerber, gen Osten zogen? Wir haben versucht, uns in die Situation der Menschen damals hineinzuversetzen. weiterlesen


Warum wir erzählen

Menschen lieben Geschichten - weil sie der Schmierstoff der Gesellschaft sind

Von Dorothee Balzereit Dort ist sie ertrunken“, sagte meine Mutter, wenn wir an dem kleinen Teich unterhalb der Schaumburg vorbeikamen. Dem Mädchen, das man hineingeworfen hatte, habe man Wackersteine an Arme und Beine gebunden, um zu sehen, ob sie eine Hexe sei. Bleibe sie oben, sei sie eine Hexe, glaubte man früher. Das Mädchen ertrank. Zuvor hatte sie noch einen Lindenzweig in die Erde gesteckt: Wenn sie unschuldig sei, würde der Baum blühen, soll sie gesagt haben. Die Linde wurde riesig, ich bestaunte sie ehrfürchtig. weiterlesen


Wo sind nur die Hamelner Kinder hin?

Ein Fremder kam und ließ 130 junge Bürger verschwinden – auch nach 725 Jahren ist der mysteriöse Fall ungelöst

Jeder noch so abgebrühte Krimi-Kommissar müsste angesichts dieses Falles verzweifeln: 130 Personen ungeklärter Identität werden vermisst Die Hinweise auf ein Verbrechen sind vage und vom Hauptverdächtigen fehlt - abgesehen von ein paar sehr ungefähren beschreibungen - jede Spur. Die Frage, wer nun tatsächlich heute genau vor 725 Jahren als „Piper mit allerley Farve bekledet“ – so die Inschrift am Rattenfängerhaus – die Kinder aus der Stadt lockte, und wie diese dann „verloren“ gingen, gibt Forschern seit Jahrhunderten Rätsel auf weiterlesen


Wundersame „Weiße Nächte“

Von den uralten Wurzeln der Sonnenwendfeste

Von Peter Weber Während in Skandinavien und im Baltikum die ausgelassene Feier der Sommersonnenwende zu den Höhepunkten des Jahres gehört, will sich hierzulande ein solch unverkrampftes Treiben nicht einstellen, zu nachhaltig wirkt, wie sehr diese alte Tradition in den 20er und 30er Jahren vaterländischem Pathos und einem kruden germanischen Weltbild einverleibt wurde. Zudem fehlt unseren Breiten der Kern des nordischen Überschwangs, das dauerhaft waltende Tageslicht, das einen kurzen Triumph über die Dunkelheit feiert, dabei aber die Psyche des Menschen gehörig aus dem Lot zu bringen vermag. weiterlesen


Wunschwelt Zaubertränke

Von Miraculix bis zu sehr heutigen Elixieren mit Abnehm-Versprechen

Von Richard Peter Wenn das nicht Comic-Idylle ist: Miraculix, der Druide des gallischen Dorfs mit dem Ehrentitel „Die Unbezwingbaren“ beim Mistel schneiden mit der goldenen Sichel in einer Baumkrone. Denn Misteln stiften nicht nur Ehen, wenn man sich zur Weihnachtszeit unter ihnen küsst – sie sind auch wichtigster Bestandteil des Zaubertranks, den der Druide braut, wenn es für sein Dorf gegen die Römer geht, die den unbezwingbaren Feind dennoch mit Zeltlagern umzingeln. Selbst Caesar musste sich da bei seinem klassischen Dreiklang mit „veni, vidi“ – also einem bescheidenen „kam, sah“ begnügen. Das „vici“, also „siegte“, musste er sich verkneifen. Vici mit Zungenbiss sozusagen. weiterlesen


Zeit für spitze Ohren

Nächste Woche treffen sich wieder Tausende Liverollenspieler beim „Conquest of Mythodea“

Von Gabriele Laube Das Land der Elfen, Orks und Krieger fängt gleich hinter Hannover an. Fünf Tage lang kleben sich erwachsene Menschen beim „Conquest of Mythodea“ spitze Ohren an den Kopf und kämpfen gegen furchteinflößende Gegner. Das Liverollenspiel (im Fachjargon kurz LARP für Live Action Role Play) auf Rittergut Brokeloh (3. bis 8 August ), ist weltweit das größte seiner Art und lockt jeden Sommer mehr als 7000 Spieler und etwa 1000 Statisten an. weiterlesen


Zogen Hamelns Kinder nach Nordosten?

Die Spur führt nach Brandenburg

Von Michael Zimmermann Wo sind sie hin, die Kinder Hamelns, die angeblich im Jahr 1284 vom Rattenfänger aus der Stadt gelockt wurden? Unzählige Theorien gibt es rund um den historischen Kern der Sage. Auch an der Maas wollen Forscher Spuren aus dem Weserbergland entdeckt haben, schließlich klängen dort besonders viele Orte für heimische Ohren vertraut. weiterlesen


„Ein Land, das gegen unsere Füße liegt“

Exodus Hamelensis – über geheimnisvolle Höhlen und verlorene Namen / Spurensuche in Siebenbürgen

Von Julia Niemeyer und Ulrich Behmann Wohin sind sie entschwunden? Wo sind sie geblieben? Nach den Brüdern Grimm sind die Kinder der Stadt Hameln nach Siebenbürgen geführt und dort aus einer Höhle hervorgetreten. Dennoch sind die 130 Frauen, Männer und Kinder bis heute wie vom Erdboden verschluckt. Was ist dran an dieser Version der Rattenfängersage? Was spricht für Siebenbürgen – und was dagegen? weiterlesen


„Märchen sind nicht grausamer als das Leben“

Interview mit Märchenforscherin Ursula Heindrichs

Von Dorothee Balzereit Gelsenkirchen hört sich nicht nach Märchen an. Eher nach Realität zwischen Kohlenstaub und Stadion. Doch genau hier wohnt Märchenforscherin Ursula Heindrichs, zwar nicht „Auf Schalke“, aber „Auf Böhlingshof“. Heindrichs hat den größten Teil ihres Lebens mit Märchen verbracht, nur ihre Kindheit nicht. Zu denen kam die Philologin erst im Studium, weil sie „eine grundsätzliche Poesie mitbringen“. weiterlesen