Hintergrund

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Die Sage von der Kixmühle

Als der Müller dem Teufel seine Seele verkaufte

Bei der Wiederbesiedlung des wüst gefallenen Dorfes Hiddenhausen um 1530 entstand an der Grenze zu Pyrmont, unmittelbar unterhalb des Pyrmonter Ortsteils Hagen, dort wo Meinte- und Eschenbach zusammenfließen, die Kixmühle. Der erste Müller hieß Kix und stammte aus der Kixmühle in Wüsten bei Bad Salzuflen. Das Gewerbe der Müller hatte in den vergangenen Jahrhunderten keinen guten Ruf, denn man lastete ihnen oft Kontakt mit den Mächten der Unterwelt an. weiterlesen


Starkes Aschenputtel

Die Geschichte eines Mädchens, das sich zu helfen weiß

Von Dorothee Balzereit Aschenputtel steckt in jedem von uns. Egal, ob Mann oder Frau. Darin sind sich die Psychoanalytiker einig. Und dass das tugendhafte Mädchen, erniedrigt von der Stiefmutter und garstigen Schwestern, gar nicht so unschuldig ist, wie es glauben machen möchte, mag manchen erschüttern. weiterlesen


"Sage sieht mit anderen Augen"

Wie Erzählungen zwischen Poesie und Geschichte hin und her pendeln

Von Wilhelm Gerntrup  „Die Sage geht mit andern Schritten und sieht mit andern Augen, als die Geschichte dies thut“, schrieben 1816 die Grimm-Brüder Jakob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) bei der Vorstellung ihres ersten Sammelbandes „Deutsche Sagen“. Sie (die Sagen) beinhalteten einen „gewissen Beigeschmack des Leiblichen, oder, wenn man lieber will, des Menschlichen, wodurch sie so mächtig und ergreifend auf uns wirken“. weiterlesen


Agna kehrt heim

Der Rattenfänger in der Steppe Kasachstans

DAAD-Studenten aus aller Welt haben die Sage vom Rattenfänger weitererzählt. Befreit von Vorbehalten und Deutungshoheiten haben sie aus der Sage fantastische Märchen entstehen lassen. Und haben dabei keinen Gedanken daran verschwendet, was historisch möglich war und was nicht, sondern ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Eingeladen wurden sie dazu von der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe und dem DAAD. Für die Rattenfängersage hatte Hoppe, die in Hameln geboren ist, einen Einstieg beigesteuert. Gemeinsam ist vielen Geschichten, dass der Rattenfänger und/oder die Kinder in den Ländern der jeweiligen Autoren stranden, dort Abenteuer erleben und Aufgaben gestellt bekommen. Nur manchmal findet ein Kind den Weg nach Hameln zurück. Aus den beiden dicken Ordnern, bei Felicitas Hoppe in Berlin landeten, musste sie die besten 20 von 196 Geschichten auswählen. Das sei so gut wie unmöglich gewesen, sagt Hoppe, und zwar vor allem, weil die Verfasser furchtlos zu Werke gegangen seien. In der FAZ wurde 18 Geschichten veröffentlicht. Von diesen 18 wiederum haben wir drei ausgewählt. Hier das Märchen aus Kasachstan. weiterlesen


Das Blut färbte den Quellbach rot

Sagenumwobene Schlacht am Hohenstein: Wie kam der Blutbach zu seinem Namen?

Von Wiebke Westphal Dunkle Täler und Schluchten, Höhlen und Wasserfälle, ein Felsplateau, auf dem heidnische Gottheiten verehrt wurden, Ortsbezeichnungen wie Grüner Altar oder Teufelskanzel: Die Gegend rund um den Hohenstein ist wie gemacht für Heldengeschichten. Genau hier soll im 8. Jahrhundert ein ganz besonders blutiges Gemetzel stattgefunden haben … weiterlesen


Das Halloween der Kelten

Samhain - eine Nacht zwischen den Welten

Von Dorothee Balzereit The Grateful Dead – manch einer denkt dabei vielleicht an die US-amerikanischen Hippie-Rocker, die im San Francisco der 60er Jahre Teil einer breiten Gegenkultur waren, die sich im LSD-Rausch gern in fantastischen Zwischenwelten bewegte. Der Name ist Zufall, ein Bandmitglied tippte einst auf einen Begriff in der Encyclopedia Britannica, und dennoch scheint er überaus gut zu passen: Denn im Glauben der Kelten waren die dankbaren Toten, so die Übersetzung, die Geister der Ahnen, die in der Samhain-Nacht (Halloween) die Grenze ihres Reichs überschritten, sich für kurze Zeit als Geister in den Maskenträgern verkörperten und die milden Gaben der Lebenden entgegennahmen. weiterlesen


Der heilige Gral

Die Geschichte des Eversteiner Adels auf der Burg Polle

Von Thomas Thimm Diese Geschichte hat Geschichte geschrieben: Es geht um den großen Barbarossa, um Königsmacher, die Wittelsbacher, Staufer und Welfen, um Tempelritter, den Löwen als Wappentier und einen Klosterkelch aus Silber und Gold, sozusagen den „Heiligen Gral von der Weser“.Es ist sehr, sehr viel Wasser die Weser hinabgeflossen, seitdem dies alles passiert ist: Rund 300 Jahre nach Karl dem Großen, dessen Christianisierung und den Sachsen-Kriegen beginnt die große Zeit des berühmten Rotbartes: Friedrich I. Barbarossa gehört zum Adelsgeschlecht der Staufer. Quasi in seinem Windschatten erlebt Mitte des 12. Jahrhunderts auch das Geschlecht der Eversteiner einen glanzvollen Aufstieg. Der Ursprung des Grafengeschlechtes liegt im Dunkel der Geschichte, aber über das Kloster Fulda werden die Eversteiner eines Tages in Hameln Vögte des Bonifatiusstiftes. Die Edelherren und Grafen nennen sich nach den Burgen auf dem Großen und Kleinen Everstein in Amelungsborn, ihren ursprünglichen Stammburgen unweit der Weser. weiterlesen


Der Herr der Ströme

Superstar der elektromagnetischen Szene –Franz Anton Mesmer und der animalische Magnetismus

Franz Anton Mesmer war in seiner Zeit so etwas wie der Superstar der elektromagnetischen Szene. Der Arzt, der selbst aus einfachen Verhältnissen kam, hatte durch seine Studien und Therapien Zugang zur feinen Gesellschaft seiner Zeit. Er war überzeugt davon, dass einer Art magnetische Energie zwischen Körper und Seele vermittelt. Seine „magnetische Klinik“ hatte großen Zulauf und machte ihn über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Unter anderem arbeitete er mit sogenannten „Elektrisiermaschinen“. Auch im Museum Eulenburg in Rinteln steht eine solche Maschine aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, mit der durch Reibung Elektrizität erzeugt werden kann. Dieses Phänomen war das Faszinosum der Zeit. weiterlesen


Der Porzellanformel auf der Spur

Wie ein Wirtschaftskrimi: Wie aus einer herzoglichen Idee die erfolgreiche Manufaktur Fürstenberg wurde

Von Dorothee Balzereit Edles, weißes Porzellan hat eine lange Geschichte, die bis ins alte China reicht. Dort wurde es wahrscheinlich schon im 6. Jahrhundert hergestellt. Wie, das hielten die Chinesen geheim. In Deutschland versuchten „Arkanisten“ ab dem späten 13. Jahrhundert das Geheimnis zu lüften. So, wie die Alchemisten nach der Formel zum Goldmachen suchten, waren die Arkanisten dem Geheimnis des Porzellans auf der Spur. Einer von ihnen war Johann Christof Glaser, der für  in Wolffenbüttel die Porzellanfabrik in Fürstenberg zum Erfolg führen sollte. Doch bis das erste reinweiße, heute überaus erfolgreiche Porzellan hergestellt werden konnte, sollte es ein steiniger Weg werden: Es vergingen Jahre bis man herausfand, dass Glaser ein Betrüger war. weiterlesen


Der Rattenfänger als Zauberer Sæmundur

Die Sage als isländisches Märchen

DAAD-Studenten aus aller Welt haben die Sage vom Rattenfänger weitererzählt. Befreit von Vorbehalten und Deutungshoheiten haben sie aus der Sage fantastische Märchen entstehen lassen. Und haben dabei keinen Gedanken daran verschwendet, was historisch möglich war und was nicht, sondern ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Eingeladen wurden sie dazu von der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe und dem DAAD. Für die Rattenfängersage hatte Hoppe, die in Hameln geboren ist, einen Einstieg beigesteuert. Gemeinsam ist vielen Geschichten, dass der Rattenfänger und/oder die Kinder in den Ländern der jeweiligen Autoren stranden, dort Abenteuer erleben und Aufgaben gestellt bekommen. Nur manchmal findet ein Kind den Weg nach Hameln zurück. Aus den beiden dicken Ordnern, bei Felicitas Hoppe in Berlin landeten, musste sie die besten von 196 Geschichten auswählen. Das sei so gut wie unmöglich gewesen, sagt Hoppe, und zwar vor allem, weil die Verfasser furchtlos zu Werke gegangen seien. In der FAZ wurde 18 Geschichten veröffentlicht. Von diesen 18 wiederum haben wir drei ausgewählt. Hier das Märchen aus Island. weiterlesen


Der Schmied – gesucht und geschätzt

Unter den alten Handwerksberufen hatte er eine besondere Stellung

Von Dorothee Balzereit Ob Schmied, Weber oder Bäcker: Das Bild vieler traditioneller Handwerksberufe hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert, einige sind heute sogar ganz ausgestorben. Andere haben durch Automatisierung und Rationalisierung nur noch in Grundzügen Ähnlichkeit mit ihren ursprünglichen, prägenden Tätigkeiten. Sie sind mit der modernen Gesellschaft gewachsen, bedienen deren Bedürfnisse und erleichtern die Arbeit enorm. Doch auch die alten Abläufe beinhalten wertvolles Wissen, das durch das Auseinanderdriften von Mensch und Natur droht, in Vergessenheit zu geraten. Im Freilichtmuseum Detmold ist das anders: Dort wird gemüllert, gebacken und geschmiedet wie früher. weiterlesen


Der wundersame Holunder

Vom bemerkenswerten Eigenleben eines unscheinbaren Strauches

Von Peter Weber Kaum ein heimisches Gewächs hat in den letzten Jahren so an Ansehen gewonnen wie der schwarze Holunder. Haftete ihm doch lange Zeit etwas von den dürftigen Verhältnissen der Nachkriegszeit an, war der Saft seiner Beeren allenfalls als antigrippales Heißgetränk geduldet. Nunmehr ist er mit dem Aufleben der Naturmedizin in seinen vielfältigen Wirkungsweisen wieder allseits geschätzt, füllt mit feinen Rezepturen ganze Kochbücher oder stimmt mit einem „Hugo“ ganze Festgesellschaften auf Kommendes ein. weiterlesen


Der „Höllenhund aus dem Schecken“

Aus dem Sagenschatz der Ithbörde-Dörfer

Von Fritz Koenig Wer sich mit dem Sagenschatz der Dörfer in der Ithbörde beschäftigt, ist überrascht von der Fülle der dort ursprünglich mündlich überlieferten Sagen. Von großsprecherischen Riesen, gewitzten Zwergen, vergrabenen Kriegskassen und natürlich vom Teufel und seinen Ränkespielen wird berichtet. Am eindrucksvollsten wirken jedoch die zahlreichen Sagen, in denen die Natur die Menschen des Mittelalters dominierte. Ihrer Magie standen sie vor Furcht zitternd oder in unerklärlicher Faszination gegenüber. Begünstigt wurde dieses Lebensgefühl durch die bizarren Felsformationen des Ithgebirges und durch die erst in der Neuzeit gerodeten tiefen Waldungen. Von den Bergen herabstürzende Wasserläufe bildeten geheimnisvolle Teiche und Moore. So verwundert es nicht, dass gleich mehrere Sagensammlungen hier entstanden. August Teiwes, Ulrich Baum und zuletzt Uwe Schakeit legten reichhaltige Sagenbände aus der Ithbörde vor. Die „Sage vom Höllenhund aus dem Schecken“ zeigt, wie eng die alten Sagen mit einer bestimmten realen Örtlichkeit verbunden sind. weiterlesen


Die Geschichte geht weiter...

...aber wie? Gewinnspiel zur Spurensuche in Siebenbürgen

Von Ulrich Behmann und Julia Niemeyer „Und die Geschichte geht weiter.“ Mit Kohle hat jemand diesen Satz auf einen Brunnen in Hamlesch geschrieben. Jenem Ort in Siebenbürgen, der wenigstens dem Namen nach einen Bezug zur Rattenfängerstadt Hameln nahelegt. Einem Ort mit zwei Höhlen, die die Einheimischen „Löcher“ nennen, und von denen sie eher scherzhaft berichten, dass die Hamelner Kinder aus einem von ihnen herausgekommen sind. Ähnliche Geschichten werden auch anderswo in Siebenbürgen erzählt, etwa im nahegelegenen Talmesch oder in Almesch, die beide ebenfalls mit Höhlen aufwarten können. Beweise für die eine oder andere Version gibt es naturgemäß nicht. Einzig der Schlusssatz der Grimm'schen Rattenfängersage deutet konkret darauf hin, dass die entführten Kinder überhaupt nach Siebenbürgen gezogen sein könnten. Aber was wäre, wenn…? Wenn es sich tatsächlich so und nicht anders zugetragen hätte, wie von den Brüdern Grimm beschrieben? weiterlesen


Die Schönheit des Verfalls

Lost Places - der morbide Charme verlassener Orte

Von Dorothee Balzereit Manche der Orte sehen aus, als hätten die Menschen, die dort gelebt oder gearbeitet haben, die Flucht ergriffen. Als hätten sie keine Zeit mehr gehabt den Stuhl einzupacken, die Vorhänge abzuhängen oder das Telefon mitzunehmen. Verschmutzt steht das alte Modell auf Stufen, von denen die Farbe abblättert, ringsherum Laub und Staub. Gestrig, vergessen und mit schwer greifbare Anziehungskraft. Welche Menschen mag es früher verbunden haben? weiterlesen


Die Unnahbaren

In Sagen und Märchen spielen Engel oft nur eine Nebenrolle

Von Cornelia Kurth In Märchen und Sagen wimmelt es nur so von fantastischen Gestalten, von Hexen und Zauberern, von Zwergen, Riesen, Drachen und Elfen. Eine Gruppe aber, von der es doch so viele Bilder und Geschichten gibt, die hält sich aus dem volkstümlichen märchen- und sagenhaftem Umfeld fast ganz heraus: die Engel. Von einer Ausnahme abgesehen. weiterlesen


Die Vernichtung der weisen Frauen

Seit dem Mittelalter wurden Hebammen verfolgt – weil sie Frauen Entscheidungsgewalt über ihre Körper gaben

Von Wiebke Westphal Er ist einer der ältesten Frauenberufe der Welt: Bereits seit Jahrtausenden helfen Hebammen schwangeren Frauen bei der Geburt ihrer Kinder und im Wochenbett. Doch die Geschichte dieses jahrtausendealten Wissens ist zugleich die Geschichte eines jahrtausendealten Kampfes: Seit dem frühen Mittelalter und mit zunehmender Verbreitung des Christentums wurden Geburtshelferinnen überall in Europa verfolgt, gejagt, gehängt oder verbrannt – denn sie verfügten über und verbreiteten Wissen, das Frauen die Macht gab, wenigstens zu einem kleinen Teil selbst über ihr Leben zu entscheiden. weiterlesen


Geheimnisvoller Ith

Sagenumwobener Höhenzug voller Kultstätten – Sogar eine Version der Rattenfängersage endet hier

Von Gernot Hüsam Unter den Bergen des nördlichen Weserberglandes gibt es kaum einen, der so sagenumwoben ist wie der Ith. Ob der altgermanische Kult- und Opferplatz „Wackelstein“, das Felsheiligtum „Fahnenstein“ aus heidnischer Zeit oder der Felskessel und Kultplatz „Teufelsküche“: Die Anziehungskraft des weserbergländischen Höhenzugs ist stark. Sogar eine Version der Rattenfängersage endet hier. Allerdings sind nur noch wenige der Kultstätten zugänglich, da sie im Naturschutzgebiet Oberberg liegen. weiterlesen


Geheimnisvoller Mond

Garant für Mythen

Von Peter Weber Das Verhältnis des Menschen zum Mond, der dem Unbegreiflichen der eigenen Existenz in den Weiten des Weltalls doch wenigstens etwas von ahnender Anschauung verleiht, ist von unvergleichlicher Komplexität und Ambivalenz. Das hat es gerade Schriftstellern immer wieder zum Thema werden lassen. weiterlesen


Gold im Fluss

Von Fähren, Zwergen, Gold und dem Ursprung bestimmter Sagen

Von Frank Neitz Ob Riesen, Zwerge oder Elfen, Wölfe, Hirsche oder Jäger – eines ist Sagenwesen gemeinsam: Sie haben die Geschichte selten für sich allein gepachtet. Die meisten Sagen werden auf diese oder jene Weise an verschiedenen Orten jeweils unterschiedlich erzählt, eben auf die Weise, wie man sie mündlich weitergab. Gemeinsam ist ihnen der Kern der Geschichten und die Motivation, bestimmte Erfahrungen und Vorkommnisse weiterzugeben. weiterlesen


Guter und böser Zauber

Welche Rolle er im Mittelalter spielte – und wo er heute noch auftaucht

Von Andrea Tiedemann Bei Märchen und Sagen gehört sie zum Standard-Repertoire: die Magie. Sei es die Hexe, ein magischer Gegenstand oder ein böser Fluch – all dies hat seinen Platz in den Geschichten. Wie zum Beispiel in Schneewittchen: Nur mit ihrem schlauen Zauberspiegel kann die böse Stiefmutter herausfinden, wer ihre Konkurrentin – die schöne Stieftochter – ist. Er verrät sogar, dass sich Schneewittchen bei den sieben Zwergen aufhält und lässt so die Vergiftungen für die Märchenfigur erst zur Gefahr werden. Doch Magie war nicht immer nur auf dem Papier und in der Phantasie der Menschen vorhanden – heute wie damals gibt es Spuren von schwarzer und weißer Magie im realen Leben. Dabei scheint die schwarze Magie, die Schaden anrichten und Verwünschungen verwirklichen soll, eine höhere Anziehungskraft zu besitzen als die weiße Magie, die Gutes wie etwa Schutz und Heilung bewirken soll. Die Internet-Suchmaschine Google zumindest listet für schwarze Magie an die 464 000 Ergebnisse auf – sucht man nach weißer Magie, werden nur rund 192 000 Ergebnisse ausgespuckt. weiterlesen


Im Angesicht des Todes

Über den Umgang mit einer unerbittlichen Macht

Von Cornelia Kurth Mit dem Tod lässt sich nicht scherzen. Wer mit ihm verhandeln oder ihn überlisten will, wer einen Flirt versucht oder einen Kampf, wird immer verlieren. Anders als der vielgestaltige Teufel ist der Tod auch in unseren Märchen und Sagen eine eher anonyme und dabei unerbittliche Macht. Dass er oft als ein „Schnitter“ daherkommt, als „Sensenmann“, ändert daran wenig. So, wie ein Bauer ungerührt sämtliche Blumen und Gräser auf der Wiese, sämtliche Ähren auf einem Kornfeld abmäht, so mäht der Schnitter Tod unterschiedslos alle Menschen um. weiterlesen


In der Welt der Zwerge

Von Kobolden und Unterirdischen

Von Dorothee Balzereit Sie sind klug und geschickt und heilkundig. Habgierig, hinterlistig und grausam. Grummelig, aber treu. Und berühmt sind die Zwerge für Waffenschmiedekunst. Klein, meist uralt, verrunzelt und mit einem Bart bis zu den Knien entsprechen sie nicht gerade dem männlichen Schönheitsideal – egal welcher Zeit. Vielleicht waren sie des erfolglosen Werbens müde und haben sich deshalb darauf verlegt, Frauen zu rauben. Das zumindest sagt man ihnen nach. Der Entführten war immerhin ein schönes Fest beschieden, denn feiern können Zwerge gut, und Hochzeiten stehen besonders hoch im Kurs. Mit reichlich Speisen, viel Bier und noch mehr Hunger und Durst. weiterlesen


Legende von der Schlacht im Süntel

Am Hohenstein besiegte Sachsenherzog Widukind vor 1200 Jahren die Franken

Sie kämpfen aus Hass, Gier und Neid, wir verteidigen unsere Götter, unser Leben und unsere Freiheit!“, schrie Sachsenherzog Widukind seinen Männern zu. „Siegen wir, dann sind wir wieder ein freies Volk!“ Dann riss er die Faust hoch und stürmte mit blitzendem Schwert auf die feindlichen Reihen los. Dicht hinter und neben ihm mit wildem Gebrüll seine Kampfgefährten. weiterlesen


Magie der Pflanzen

Die Kraft von Hauswurz, Johanniskraut und Co.

Von Jens Meyer Eine karge Unterlage, im Grunde nicht mehr als ein Häufchen elendiges Erde-Sand-Geröll-Gemisch, reicht der Hauswurz (Sempervivum) zum Glücklichsein. Ein Asket, wie wahr. Robust bis zu den Wurzeln. Kleine Blütlein entwickelt die Hauswurz, doch ihr wahrer Wert liegt im außergewöhnlich gleichmäßigen Wuchs, Rosette für Rosette. Magisch, dieser Anblick, diese Pflanze, dieses Geschöpf. Das wussten schon die alten Römer, aus derer Mitte sich ein irrwitziger Aberglaube schälte, wonach überall dort, wo eine Hauswurz auf dem Dach wuchs, der Landeplatz für die auf einem Besen angesauste Hexe bereits vergeben war. Die Hauswurz galt als Schutz vor Hexereien und Magie. weiterlesen


Magischer Schutz

Vom Glauben an die Kraft der Talismane und Amulette

Von Viktor Meissner Früher glaubten die Menschen, dass die umgebende Natur beseelt sei. Bäume, Pflanzen, Berge, Himmel und Erde hatten in ihrer Vorstellung ein Eigenleben. Im Gefühl ihrer Hilflosigkeit gegenüber Naturgewalten glaubten sie im niederfahrenden Blitz, im Hagel, in Vulkanausbrüchen und im Sturm übermächtige Wesen zu erkennen. Das Bedürfnis nach Schutz war dementsprechend groß. Ebenso der Wunsch, wenigstens ein Stück weit Einfluss nehmen zu können auf das, was immer wieder unvermittelt über ihre Welt hereinbrach. Zu den ältesten Dingen, die dabei helfen sollten, gehören Talismane und Amulette. weiterlesen


Quelle der ewigen Jugend

Menschheitstraum Jungbrunnen: Auch Bad Pyrmont soll einen gehabt haben …

Von Richard Peter Nichts weniger als ein ewiger Menschheitstraum – vor allem aber: Traum der Frauen. Fast schon traumatisch. Exemplarisch in die Welt gesetzt und gemalt von Lukas Cranach dem Jüngeren – auch wenn die Experten den älteren Cranach zusätzlich ins Spiel bringen. „Der Jungbrunnen“ ist allemal ein Highlight von 1546, das in der Gemäldegalerie Berlin hängt weiterlesen


Sagenhafte Scheine

Notgeld aus dem Weserbergland / Zeitzeugnisse und Sammlerobjekte aus einer chaotischen Zeit

Als die Inflation am Ende des Ersten Weltkrieges voll durchschlug und Geldhamsterer anfingen, metallene Münzen zu horten, ließ man sich in Hameln etwas Besonderes einfallen: Man druckte das Motiv der Rattenfängersage auf das papierne Notgeld - und schuf so eine neue Einnahmequelle, denn die Scheine waren bei Sammlern äußerst beliebt. Andere Städte im Weserbergland folgten dem Beispiel weiterlesen


Sehnsucht nach dem Mittelalter: MPS in Bückeburg

Romantiker von heute

Von Gabriele Laube Das Mittelalterspektakel in Bückeburg ist seit ein paar Tagen vorbei, doch für viele Mittelalterfans ist das riesige Treffen längst nicht das einzige Treffen dieser Art im Jahr. Die Leidenschaft für das Zeitalter prägt für viele eine Lebenseinstellung. Genährt wird sie fast immer von der Sehnsucht, aus dem Alltag auszusteigen. Zu entschleunigen, in Kostüme und Rollen zu schlüpfen oder spirituellen Widerhall zu finden. weiterlesen


Supermann Siegfried

Unsere deutschen Heldensagen haben viele Nachfolger

Von Richard Peter Uns ist in alten maeren wunders vil geseit“ – damit beginnt das „Nibelungenlied“, das als der „Nibelungen Not“ endet. Sozusagen in Etzels Schlachthaus irgendwo in Pannonien. „Der Rest ist Schweigen“ – ähnlich wie in Shakespeares „Hamlet“. Erzählt wird in dem vielleicht größten mythologischen Stoff der Literaturgeschichte eine Vielzahl überlieferter Geschichten, die immer wieder neu erzählt, verändert, miteinander verwoben, schließlich um 1200 am bischöflichen Hof in Passau als „Nibelungenlied“ festgeschrieben wurden. weiterlesen


Tanz, Glühwürmchen, tanz

Jetzt im Frühsommer haben Glühwürmchen ihren glanzvollen Auftritt

Von Gabi Laube Glühwürmchen gelten als Magiere unter den Insekten, ihre Show beginnt in der Dämmerung einer Mittsommernacht. Funkelnden Perlen gleich schwirren die Johanniskäfer auf ihrer gefährlichen Partnersuche im Garten umher. Die winzigen Geschöpfe betören mit ihrem Auftritt nicht nur ihre Braut; ihre kurze Lebensgeschichte rund um Liebe, Leid und Lust inspiriert auch Menschen zu künstlerischen Werken. Die Mythologie sagte den „Irrwischen“ nach, Unheil zu bringen. Selbst das Sterben der Popstars unter den Käfern beginnt – mit einem Leuchten.     weiterlesen


Unschuldig als Hexe ertränkt

Die Sage von der Blutlinde in Frank Suchlands Version

Von Dorothee Balzereit Früher wurden sie mündlich überliefert, und als die Märchen und Sagen aufgeschrieben wurden, hatten sie bei vielen Familien ihren festen Platz im Bücherschrank. Heute muss das Genre sich zwischen vielen anderen behaupten. Da haben es vor allem die Sagen nicht ganz einfach, bei deren Weitergabe weniger auf Fantasie und Stil geachtet wurde, als auf die wahrhaftige Verortung, die handelnden Personen und das detailgetreue Geschehen. weiterlesen


Versprochen ist versprochen

Der Froschkönig – oder wie Vaters Vorzeigepüppchen zur Frau wird

Von Richard Peter Mit einem goldenen Ball fängt alles an im Märchen „Der Froschkönig“. Mit ihm spielt die jüngste und hübscheste Tochter des Königs unbefangen am Brunnen im Wäldchen, weil es dort angenehm kühl ist, wenn die Sonne vom Himmel brennt. Dieselbe Sonne, die sich über die Anmut, den Liebreiz und die Schönheit der Kleinen immer wieder verwundert, sooft sie ihr ins Gesicht scheint, obwohl sie doch so vieles schon gesehen hat, wie es heißt. Und mit dem goldenen Ball, den sie gerne in die Höhe wirft, wenn sie Langeweile hat, kommt schließlich alles ins Rollen. Denn einmal kann sie ihn nicht fangen, der Goldball schlägt auf die Erde und rollt ins Brunnenwasser. Und das ist „so tief, so tief“, dass die Königstochter keinen Grund sieht. weiterlesen


Von den Riesen Esegir und Haniel

Liebesdrama am Süntel – der Hülsenfrüchte wegen

Esegir und Haniel waren zwei sagenhafte Riesen, auf deren Streit die Entstehung der "Teufelskanzel" am Hohenstein im Süntel zurückgeht. Es ging um Liebeswerbung und um einen Diebstahl, und zugleich erzählt die Sage von zwei riesenhaften Jungen, die von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen wurden.   weiterlesen


Von Hexensalben und Narkotika

Die Macht der Kräuterweiblein

Von Viktor Meissner Natürlich ging das einfache Volk bei Beschwerden aller Art nicht zu den studierten Ärzten, die konnte es sich gar nicht leisten. Hatte doch fast jedes Dorf, jede Stadt eine heilkundige Person mit pharmazeutischen Grundkenntnissen, bei der man auch allerlei Amulette und Zauber bestellen konnte. weiterlesen


Von uralten Rezepten

Zwischen Magie und Wissenschaft - Was von der Medizin unserer Vorfahren geblieben ist

„Warze alt. Warze kalt. Warze ab.“ Mit dieser Formel behandelt der Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Justus-Liebig-Universität Gießen Patienten mit Warzen. Zusätzlich gibt Professor Uwe Gieler noch Kochsalzlösung auf die Warzen, die nach dem Verdampfen Salzkristalle hinterlässt. weiterlesen


Warum wir erzählen

Menschen lieben Geschichten - weil sie der Schmierstoff der Gesellschaft sind

Von Dorothee Balzereit Dort ist sie ertrunken“, sagte meine Mutter, wenn wir an dem kleinen Teich unterhalb der Schaumburg vorbeikamen. Dem Mädchen, das man hineingeworfen hatte, habe man Wackersteine an Arme und Beine gebunden, um zu sehen, ob sie eine Hexe sei. Bleibe sie oben, sei sie eine Hexe, glaubte man früher. Das Mädchen ertrank. Zuvor hatte sie noch einen Lindenzweig in die Erde gesteckt: Wenn sie unschuldig sei, würde der Baum blühen, soll sie gesagt haben. Die Linde wurde riesig, ich bestaunte sie ehrfürchtig. weiterlesen


Wo der Tod „Zum Wohl!“ sagt

Sagen über mordende Wirte und höllische Gasthäuser

Von Uwe Pernack Es gab Wirte, bei denen hätten Reisende besser nicht einkehren sollen. Zum Beispiel im alten Griechenland bei einem gewissen Prokrustes. Kam ein Gast, wies er ihm entweder ein zu kleines oder ein zu großes Bett an. Dann machte er ihn ‚passend‘: Dem zu langen Gast hackte er Gliedmaßen ab, dem zu kurzen renkte er sie aus. So erzählt es jedenfalls eine Sage des Klassischen Altertums. Seither genießen Wirtinnen und Wirte in der Literatur, vornehmlich in Sagen und Märchen, einen eher zweifelhaften Ruf. weiterlesen


Wo die wilden Weiber wohnen

Zufluchtsort und Heimat für Hexen und Elfen

Von Peter Weber Die Einsamkeit des Waldes ist kein Ort, der nur den sagenhaften wilden Männern vorbehalten ist, auch zahlreichen weiblichen Wesen bietet er Aufenthalt, reich illustriert in Sagen, Märchen und Legenden. Er kann Zuflucht bedeuten, Rückzugsraum oder Heimstatt beseelter Natur und damit so unterschiedlichen Gestalten wie der heiligen Genoveva, finsteren Hexen oder zarten Elfen Unterschlupf bieten. weiterlesen


Wundersame „Weiße Nächte“

Von den uralten Wurzeln der Sonnenwendfeste

Von Peter Weber Während in Skandinavien und im Baltikum die ausgelassene Feier der Sommersonnenwende zu den Höhepunkten des Jahres gehört, will sich hierzulande ein solch unverkrampftes Treiben nicht einstellen, zu nachhaltig wirkt, wie sehr diese alte Tradition in den 20er und 30er Jahren vaterländischem Pathos und einem kruden germanischen Weltbild einverleibt wurde. Zudem fehlt unseren Breiten der Kern des nordischen Überschwangs, das dauerhaft waltende Tageslicht, das einen kurzen Triumph über die Dunkelheit feiert, dabei aber die Psyche des Menschen gehörig aus dem Lot zu bringen vermag. weiterlesen


Zauberkraft der Pflanzen

Machtvolle Bäume und heilende Kräuter

Von Cornelia Kurth Eine Bohne, die bis zum Mond wachsen kann; ein Strauch, dessen Nüsse kostbare Kleider enthalten; Rosen, die das Schloss der Märchenprinzessin umranken, und eine blaue Blume, die Liebe, Sehnsucht und das Geheimnis des Lebens symbolisiert - Pflanzen aller Art spielen eine große Rolle in Märchen und Sagen. Allen voran sind da die Bäume. Im Paradies wächst der „Baum des Lebens“ und der gefährliche „Baum der Erkenntnis“, die alten Germanen kannten den Weltenbaum „Yggdrasil“, und kaum eine Kultur existiert, in deren Mythologie es nicht ebenfalls einen „Weltenbaum“ gibt. weiterlesen


Zeit für spitze Ohren

Nächste Woche treffen sich wieder Tausende Liverollenspieler beim „Conquest of Mythodea“

Von Gabriele Laube Das Land der Elfen, Orks und Krieger fängt gleich hinter Hannover an. Fünf Tage lang kleben sich erwachsene Menschen beim „Conquest of Mythodea“ spitze Ohren an den Kopf und kämpfen gegen furchteinflößende Gegner. Das Liverollenspiel (im Fachjargon kurz LARP für Live Action Role Play) auf Rittergut Brokeloh (3. bis 8 August ), ist weltweit das größte seiner Art und lockt jeden Sommer mehr als 7000 Spieler und etwa 1000 Statisten an. weiterlesen