Hintergrund

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Die Sage von der Kixmühle

Als der Müller dem Teufel seine Seele verkaufte

Bei der Wiederbesiedlung des wüst gefallenen Dorfes Hiddenhausen um 1530 entstand an der Grenze zu Pyrmont, unmittelbar unterhalb des Pyrmonter Ortsteils Hagen, dort wo Meinte- und Eschenbach zusammenfließen, die Kixmühle. Der erste Müller hieß Kix und stammte aus der Kixmühle in Wüsten bei Bad Salzuflen. Das Gewerbe der Müller hatte in den vergangenen Jahrhunderten keinen guten Ruf, denn man lastete ihnen oft Kontakt mit den Mächten der Unterwelt an. weiterlesen


Bei Nacht und Nebel

Eulen nach Athen zu tragen hieße, Nebel zu den Germanen zu schicken

Von Peter Weber Er hat sich seit einigen Jahren rar gemacht in unseren Breiten, der Novembernebel. Nicht dass man ihn als Autofahrer vermissen würde, verheißen doch vom Wetterdienst angekündigte „Sichtweiten unter 50 Meter“ für den morgendlichen Berufspendler nichts Gutes. Und doch ist der Nebel ein ganz eigenes, eindrückliches Phänomen, das in die Sinnenwelt des Menschen markant eingreift. Wer in Nebel gerät, kann seinen Augen nicht mehr trauen, Farben und Konturen verschwimmen auf kurze Distanz, dagegen erwacht das Ohr, registriert Töne, denen es sonst kaum Beachtung schenkt, doch eigentümlich dumpf und richtungslos verbleiben sie weiterlesen


Beltane - die schönste Zeit im Jahr

Druide Michel vom Berch erläutert, was Löwenzahn, Gundermann und Gamander Ehrenpreis kann

Beltane, Walpurgis, Maifeiertag: Vom 30. April auf den 1. Mai wird die Ankunft des Frühlings gefeiert – wild und ausgelassen, Beltane kann zweifellos als das erotischste aller heidnischen Feste bezeichnet werden. Am tollsten treibt man es der Sage nach auf dem Brocken im Harz. Vom Hexentanzplatz in Thale reiten die Hexen auf Besen, Mistgabeln, Schweinen oder Böcken zum Hexensabbat auf dem Brocken. Zuvor reiben sie sich mit “Hexensalbe” ein, die aus den narkotisierenden Stoffen von Tollkirsche, Nachtschatten und Schierling gewonnen wird. Dort tanzen sie im Kreis mit dem Rücken zueinander um das Feuer herum und küssen anschließend dem Teufel den Hintern, heißt es. Dann lassen sie sich mit dem Teufel vermählen, worauf dieser die Hexen mit dem sogenannten Hexenmal zeichnet und ihnen die Fähigkeit zur Zauberei gibt. weiterlesen


Das Halloween der Kelten

Samhain - eine Nacht zwischen den Welten

Von Dorothee Balzereit The Grateful Dead – manch einer denkt dabei vielleicht an die US-amerikanischen Hippie-Rocker, die im San Francisco der 60er Jahre Teil einer breiten Gegenkultur waren, die sich im LSD-Rausch gern in fantastischen Zwischenwelten bewegte. Der Name ist Zufall, ein Bandmitglied tippte einst auf einen Begriff in der Encyclopedia Britannica, und dennoch scheint er überaus gut zu passen: Denn im Glauben der Kelten waren die dankbaren Toten, so die Übersetzung, die Geister der Ahnen, die in der Samhain-Nacht (Halloween) die Grenze ihres Reichs überschritten, sich für kurze Zeit als Geister in den Maskenträgern verkörperten und die milden Gaben der Lebenden entgegennahmen. weiterlesen


Das Jahresrad der Kelten

Acht magische Zwischenzeiten

Von Dorothee Balzereit Sagen und Mythen sind ein Spiegel der Kultur. Im Gegensatz zu Märchen, die in einer zauberhaften aber zugleich abstrakten Welt spielen, sind sie stark beeinflusst von der umgebenden Natur. Ihr Werden und Vergehen haben unsere Vorfahren genau beobachtet. Das Jahr wurde mit einem achtspeichigen Rad gleichgesetzt, das sich um die eigene Achse dreht. Alle zwei Monate begann ein neuer Abschnitt und es wurde ein bedeutungsvolles Fest gefeiert – mal der Sonne, mal dem Mond zugeordnet. Der Übergang wurde als magische Zeit empfunden, in denen schöpferisches Chaos herrschte und die Grenzen verwischten: Geister und Götter traten mit den Menschen in Kontakt - Zeit, sich tief zu erinnern und fallen zu lassen. Ein Blick auf diese magischen Zwischenzeiten hilft zu verstehen, von welchen Elementen viele Sagen und Bräuche – in der Folge auch christliche – Riten und Feste beeinflusst sind. Ein Überblick. weiterlesen


Das Schicksal des Antonio Congo

Hat der Häuptlingsohn auf der Hochebene seinen Peiniger gesucht?

Joachim Zieseniss Die Ottensteiner Hochfläche – an die 300 Meter hoch, karge Äcker, kalte Winter und meistens viel Wind vor der Haustür: Im 19. Jahrhundert ein Stück dünn besiedeltes Weserbergland, auf dem meistens nur lebte, wer hier geboren war. Und auf dem auch nur begraben wurde, wer hier geboren war und auch gelebt hatte. Mit einer exotischen Ausnahme: Auf dem Friedhof Hattensen liegt unter einer alten Linde ein junger Afrikaner begraben. weiterlesen


Die Melancholie des Schlafmohns

Mythos und Magie der Pflanzen

In der Bedeutung von Blumen, Blüten und Bäumen, von Wurzelwerk und Pflanzensäften liegen Magie und Mythos dicht beieinander. Vieles ist biblisch, manches teuflisch. Was uns aus früherer Zeit überliefert wurde, hat bisweilen noch heute Bestand.   weiterlesen


Die Wurzeln des Osterfests

Zeit der Hoffnung

Von Wilhelm Gerntrup Kaum ein anderes Fest ist so mit Symbolen befrachtet wie Ostern. Von den Christen als Auferstehung Jesu gefeiert, reicht die kulthafte Bedeutung des neben Pfingsten ältesten und wichtigsten christlichen Festes bis in die frühe Menschheitsgeschichte zurück. Ostern markiert den Zeitpunkt des Lichtwerdens, des Erwachens und der Wiederauferstehung der Natur und des Lebens. Dieser Hoffnung spendende und Neuanfang verheißende Moment wird seit Menschengedenken weltweit gefeiert. Das Gemisch zwischen christlichen und heidnischen Ursprüngen kommt bis heute im Brauchtum zum Ausdruck. Die Einzelrituale sind von Region zu Region und von Ort zu Ort verschieden. weiterlesen


Eine ganz besondere Bettgeschichte

Wie der Graf von Gleichen schlief

Im Schloss Pyrmont, der ehemaligen Sommerresidenz des Fürsten zu Waldeck, geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Und das nicht erst, seit das Schlossgespenst Friedrich sein Unwesen auf der Schlossinsel treibt. Als die Adelsfamilie im 20. Jahrhundert während der Kursaison im Sommer Gäste auf die bis 1945 in Privatbesitz befindliche Schloss- und Festungsanlage locken wollte, gab es eine Vielzahl von bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten im Bereich der Außenanlagen. Ganz sicher zählte dazu die vierhundertjährige Linde an der Nordwestseite der Insel, die mit ihren sieben Metern Umfang wirklich einzigartig war, aber leider 1932 durch einen Sturm entwurzelt wurde. Sensationell aber war vor allen Dingen das riesige Bett des Grafen von Gleichen in der Eckbastion von Schloss Pyrmont, das auf einzigartige Weise die Gleichensage jedem Betrachter anschaulich vor Augen führte. Was verbirgt sich hinter dieser Geschichte und was hat Pyrmont damit zu tun? weiterlesen


Geheimnis Höhle

Im Reich der Zwerge, Touristen und Steinzeitkünstler

Die Höhle aller Höhlen, die wir alle kennen, ohne sie wirklich zu erinnern: Mamas Bauch. Und sicher unbewusst: prägend. Ein Leben lang. Wir suchen Höhlen, die uns umschließen, einhüllen. Unsere Wohnungen, Häuser – nichts als Höhlen, auch wenn sie mit glatten Wänden und Ecken gestaltet sind. Rundumschutz und allemal den Rücken freigehalten. Selbst in Restaurants und Cafés sind es die Eckplätze, die als erste besetzt werden. Den Blick auf das Fremde, den Feind vielleicht, sichern und nach hinten Schutz bieten. weiterlesen


Geliebtes „Rotkäppchen“

Eine kleine süße Dirne, die jedermann lieb hatte

  „Es war einmal...“ - nichts weniger als das berühmte „Sesam-öffne-Dich“ auch für unsere Märchenwelt. Auch wenn es seltener geschrieben steht, als wir erinnern. „Aschenputtel“ beginnt mit „Einem reichen Manne...“, „Das tapfere Schneiderlein“ mit „An einem Sommermorgen...“ und auch „Hänsel und Gretel“ startet ohne das Zauberwort ganz schlicht und bescheiden mit „Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker“. Allerdings: bei unserem „Rotkäppchen“ heißt es traditionell „Es war einmal...“ - und dann „eine kleine, süße Dirne, die hatte jedermann lieb“. Und „am allerliebsten“, wie geschrieben steht, „ihre Großmutter“, die ihr auch ein Käppchen von rotem Sammet schenkte. Und das steht ihr so gut, dass sie für alle künftig nur noch das „Rotkäppchen“ heißt. weiterlesen


Hamelns vergessenes Wildkind

„Der wilde Peter“ - vor vielen Jahren einmal eine Berühmtheit

Von Richard Peter Ein Schattendasein – im Schatten des Rattenfängers: „Der wilde Peter“. Ein Wildkind aus dem Klütwald. Vor langer Zeit eine Berühmtheit. Und anders als andere seiner Art – am berühmtesten natürlich Kiplings Mogli aus dem Dschungelbuch, der durch Disneys so genialen wie niedlichen Zeichentrick-Film zum globalen Hit wurde. Allerdings: eine literarische Erfindung. Konkurrenz auch ganz real für Hamelns „Wilden Peter“ durch einen Kaspar Hauser, der die Fantasie der Menschen immer wieder beschäftigt hat – aber auch das „Wildkind“ aus Truffaults Film, ein Wildkind aus Südfrankreich, der Anfang der 70er-Jahre in die Kinos kam. weiterlesen


Heidnische Tradition auf Fachwerkhäusern?

Von alten, gemalten Säulen, die an die Irminsul erinnern

Von Dorothee Balzereit Bibelsprüche auf den Querbalken, Namen, Jahreszahlen und reich verzierte, farbige Malereien – all das findet man bis heute rund um die Dielentore alter Fachwerkhäuser im Weserbergland. Insbesondere auf den Dörfern wird schnell fündig, wer die Augen offen hält. Während die einen die auffällige Ornamentik für reinen Zierrat halten, glauben andere, dass mehr dahintersteckt. Vor allem Heimatforscher vermuten, dass es sich um eine seit Jahrhunderten unbewusst fortdauernde Sinnbildtradition handelt. weiterlesen


Im Märchenwald

Der einzigartige Zauber des Urwaldes Sababurg

Wald ist Wald. Oder etwa nicht? Ob dichte Buchen, seltene Eichen- oder lichtere Fichtenwälder: Den Deutschen wird von jeher eine besondere Beziehung zum Wald nachgesagt. Er gilt als Sehnsuchtsort, als Ballungsraum schwärmerischer Gefühle. weiterlesen


Im Reich der Alraune

Von Liebesäpfeln und Wurzelmännern, betörenden Düften und großem Geschrei

Von Peter Weber Es gibt Pflanzen, die kommen gut ohne ihr übernatürliches Beiwerk aus, das ihnen die Menschheit angedeihen lässt. Bei der Alraune allerdings erscheint das schier unmöglich, sie ist eine „Zauberpflanze“ schlechthin. Kulturen- und zeitenüberdauernd, verkörpert sie ein geheimnisvolles Wesen, dem in der Kürze kaum beizukommen ist. weiterlesen


Magie der Pflanzen

Die Kraft von Hauswurz, Johanniskraut und Co.

Von Jens Meyer Eine karge Unterlage, im Grunde nicht mehr als ein Häufchen elendiges Erde-Sand-Geröll-Gemisch, reicht der Hauswurz (Sempervivum) zum Glücklichsein. Ein Asket, wie wahr. Robust bis zu den Wurzeln. Kleine Blütlein entwickelt die Hauswurz, doch ihr wahrer Wert liegt im außergewöhnlich gleichmäßigen Wuchs, Rosette für Rosette. Magisch, dieser Anblick, diese Pflanze, dieses Geschöpf. Das wussten schon die alten Römer, aus derer Mitte sich ein irrwitziger Aberglaube schälte, wonach überall dort, wo eine Hauswurz auf dem Dach wuchs, der Landeplatz für die auf einem Besen angesauste Hexe bereits vergeben war. Die Hauswurz galt als Schutz vor Hexereien und Magie. weiterlesen


Mythos Mistel

Früher galt die Pflanze als Mischung aus Himmelsgeschenk und Teufelswerk

Von Wilhelm Gerntrup Den Sommer über sind Mistel-Sträucher oft vom Laub verhüllt – umso auffälliger treten die kugelförmigen Baumwipfel-Bewohner nach dem Herunterfallen der Blätter zu Tage. Das Blühen, Gedeihen und Fortleben des immergrünen Gewächses in luftiger Höhe und die Kombination von Ziergehölz und Schmarotzerpflanze haben schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt. Die Überlieferungen gehen bis weit in die vorchristliche Zeit zurück. Nach der von Jakob Grimm 1835 veröffentlichten „Deutschen Mythologie“ galt die Mistel den einst hierzulande lebenden Sachsen als eine Mischung von Himmelsgeschenk und Teufelswerk. Bis heute sind zahllose Mythen und Legenden in Umlauf. In der Medizin wird die Pflanze heute unterstützend im Kampf gegen Krebs eingesetzt.  weiterlesen


Poltern gegen Geister

Von uralten Bräuchen rund um die Hochzeit

Der Start ins Eheleben war schon immer etwas Besonderes. Nicht umsonst ist von „Hochzeit“ (niederdeutsch „Hoogtied“ oder „Hachtyd“) die Rede. Ein Vorgang, der neben dem Paar nicht nur deren Familien, Freunde und Nachbarn, sondern zu allen Zeiten auch die Obrigkeit interessierte . Anders gesagt: Heiraten, früher auch „freyen“ genannt, war und ist keine Privatangelegenheit. Schließlich hat die Gründung eines derartigen Unternehmens - im Hinblick auf die Nachkommenschaft – auch „staatstragende“ Bedeutung. weiterlesen


Schätze im Köterberg?

Von Gold und Silber tief im Inneren

Von Joachim Zieseniss Der Köterberg gilt mit seinen 500 Metern über dem Meeresspiegel volkstümlich als der „Brocken“ im Weserbergland und wird als höchsten Berg im Weserbergland beworben. Was aber genau genommen nicht so stimmt. Ist doch der Solling auf der anderen Weserseite mit seiner höchsten Erhebung 527,8 Meter hoch. Als freistehender Berg und mit seinen heutigen Sendemasten ein markanter Orientierungspunkt, hat der Köterberg jedoch immer eine besondere Bedeutung für das Weserbergland gehabt. weiterlesen


Von Blutrinnen und Wolfsmond

Heimatforscher Rudi Wallbaum und seine Lieblingssagen von Wölfen und einer ganz besonderen Tischplatte

Von Dorothee Balzereit In jeder Region gibt es Menschen, denen die Heimatkunde besonders am Herzen liegt. Die Geschichten sammeln, Sagen und Daten. Die versuchen zusammenzufügen, was droht, in Vergessenheit zu geraten. Sie vergleichen Fakten, recherchieren und mischen sie mit Logik und Vorstellungskraft und leisten damit wertvolle Arbeit für die Nachwelt. Wir wollen diese Menschen vorstellen und zu „Sagenpaten“ machen, die auch die Geschichten unserer Leser sammeln. In diesem Artikel geht es um Rudi Wallbaum, Heimatkundler aus Fuhlen. weiterlesen


Von uralten Rezepten

Zwischen Magie und Wissenschaft - Was von der Medizin unserer Vorfahren geblieben ist

„Warze alt. Warze kalt. Warze ab.“ Mit dieser Formel behandelt der Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Justus-Liebig-Universität Gießen Patienten mit Warzen. Zusätzlich gibt Professor Uwe Gieler noch Kochsalzlösung auf die Warzen, die nach dem Verdampfen Salzkristalle hinterlässt. weiterlesen


War der Rattenfänger ein Lokator?

Von der Theorie, dass die Hamelner Kinder mit einem Werber nach Osten zogen

Von Dorothee Balzereit Waren die 130 verschwundenen Kinder aus Hameln Siedler, die mit einem Lokator ("Platzmacher"), damals eine Art Siedluingsanwerber, gen Osten zogen? Wir haben versucht, uns in die Situation der Menschen damals hineinzuversetzen. weiterlesen


Wiederkehr des Lichts

Mit dem spätwinterlichen, keltischen Fest „Imbolc“ sind viele Bräuche und Sehnsüchte verbunden

Von Dorothee Balzereit Noch nicht Frühling, aber nicht mehr Winter, das ist die Zeit im Februar, in der einst das Kreuzviertelfest gefeiert wurde, auch Maria Lichtmess genannt. Es ist die Zeit, in der langsam wieder Leben in die Natur kommt und die Tage länger werden. Früher beobachteten die Bauern in dieser Zeit die Bären, denn wenn diese sich aus der Höhle wagten, war der Frühling nicht mehr fern. Als es keine Bären mehr gab, hielt man Ausschau nach dem Dachs und die Farmer in Amerika beobachteten das Waldmurmeltier. Als Lichtmess gilt dort der Murmeltiertag (Groundhog Day). Nach Samhain Anfang November und dem Wintersonnewendfest (Weihnachten), war Imbolc, auch Percht oder Fastnacht genannt, das dritte Fest im Jahreskreis der Kelten. weiterlesen


Wunder gibt es immer wieder

Unerklärliches ist elementarer Bestandteil unseres Lebens

Man schreibt das Jahr 1500. Immer mehr Pilger drängen zum wundertätigen Bildstock oberhalb Münders an der Straße nach Springe. Opfergaben werden niedergelegt. Jahre später notiert der Stadtschreiber: „Der Priester aber (…) hat die Opfer, so täglich angefallen, fleißig aufgehoben und an demselben Orte eine schöne Kirche angefangen zu bauen. Zu Ehren der heiligen Anna, wozu ihm die Leute aus Münder und die Benachbarten gerne mit Andacht geholfen haben.“ 1506 ist die vorreformatorische Wallfahrtskirche fertig. Am 26. Juli findet die erste Wallfahrt statt. Heute liegt nur noch der Grundriss der „St. Annen-Kapelle“ als Bodendenkmal wenige Zentimeter unter der Oberfläche eines Ackers. weiterlesen


Wundersame „Weiße Nächte“

Von den uralten Wurzeln der Sonnenwendfeste

Von Peter Weber Während in Skandinavien und im Baltikum die ausgelassene Feier der Sommersonnenwende zu den Höhepunkten des Jahres gehört, will sich hierzulande ein solch unverkrampftes Treiben nicht einstellen, zu nachhaltig wirkt, wie sehr diese alte Tradition in den 20er und 30er Jahren vaterländischem Pathos und einem kruden germanischen Weltbild einverleibt wurde. Zudem fehlt unseren Breiten der Kern des nordischen Überschwangs, das dauerhaft waltende Tageslicht, das einen kurzen Triumph über die Dunkelheit feiert, dabei aber die Psyche des Menschen gehörig aus dem Lot zu bringen vermag. weiterlesen


Wunschwelt Zaubertränke

Von Miraculix bis zu sehr heutigen Elixieren mit Abnehm-Versprechen

Von Richard Peter Wenn das nicht Comic-Idylle ist: Miraculix, der Druide des gallischen Dorfs mit dem Ehrentitel „Die Unbezwingbaren“ beim Mistel schneiden mit der goldenen Sichel in einer Baumkrone. Denn Misteln stiften nicht nur Ehen, wenn man sich zur Weihnachtszeit unter ihnen küsst – sie sind auch wichtigster Bestandteil des Zaubertranks, den der Druide braut, wenn es für sein Dorf gegen die Römer geht, die den unbezwingbaren Feind dennoch mit Zeltlagern umzingeln. Selbst Caesar musste sich da bei seinem klassischen Dreiklang mit „veni, vidi“ – also einem bescheidenen „kam, sah“ begnügen. Das „vici“, also „siegte“, musste er sich verkneifen. Vici mit Zungenbiss sozusagen. weiterlesen


Zauber und Wahrheit

Vom Walnussbaum und anderen magischen Pflanzen

Von Jens Meyer Geht es um die magische Wirkung von Pflanzen, wurden aus der Mitte verschiedener Gesellschaften und in unterschiedlichen Epochen wahrhaft hübsche Geschichten geboren, die nicht immer, aber oft mit Göttern zu tun hatten; die Sagen rund um die Walnuss machen da keine Ausnahme. Wohl dem, der einen Walnussbaum in seinem Garten stehen hat, denn der bis 30 Meter hoch wachsende Riese hält nach naturwissenschaftlichem Ermessen nicht nur Ungeziefer auf Abstand, sondern steht insgesamt für die naturgegebene Weisheit. weiterlesen


Zauberkraft der Pflanzen

Machtvolle Bäume und heilende Kräuter

Von Cornelia Kurth Eine Bohne, die bis zum Mond wachsen kann; ein Strauch, dessen Nüsse kostbare Kleider enthalten; Rosen, die das Schloss der Märchenprinzessin umranken, und eine blaue Blume, die Liebe, Sehnsucht und das Geheimnis des Lebens symbolisiert - Pflanzen aller Art spielen eine große Rolle in Märchen und Sagen. Allen voran sind da die Bäume. Im Paradies wächst der „Baum des Lebens“ und der gefährliche „Baum der Erkenntnis“, die alten Germanen kannten den Weltenbaum „Yggdrasil“, und kaum eine Kultur existiert, in deren Mythologie es nicht ebenfalls einen „Weltenbaum“ gibt. weiterlesen


„Märchen sind nicht grausamer als das Leben“

Interview mit Märchenforscherin Ursula Heindrichs

Von Dorothee Balzereit Gelsenkirchen hört sich nicht nach Märchen an. Eher nach Realität zwischen Kohlenstaub und Stadion. Doch genau hier wohnt Märchenforscherin Ursula Heindrichs, zwar nicht „Auf Schalke“, aber „Auf Böhlingshof“. Heindrichs hat den größten Teil ihres Lebens mit Märchen verbracht, nur ihre Kindheit nicht. Zu denen kam die Philologin erst im Studium, weil sie „eine grundsätzliche Poesie mitbringen“. weiterlesen